Plazenta nach der Geburt

Die Plazenta. Sie ist im Verlauf deiner Schwangerschaft, die wichtigste Verbindung zwischen dir und deinem Baby. Sie schützt dein kleines Wunder nicht nur vor Schadstoffen, sondern versorgt es mit Nährstoffen und Sauerstoff.

Plazenta: Was ist das?

Zugegeben, die Plazenta sieht nicht schön aus, ist aber ein Wunder der Natur. Sie entsteht aus der Eizelle, die sich in der Gebärmutter einnistet. Bei der Einnistung bilden sich um die Eizelle die so genannten Zotten. Diese durchdringen die Gebärmutterwand und verbinden sich mit ihr. Die Plazenta entsteht aus den Zellen der Eizelle und der mütterlichen Zellen der Gebärmutter.

Im 1. Trimester wächst die Plazenta schneller als dein Baby, im 3. Trimester ist es umgekehrt. Zum Ende deiner Schwangerschaft, erreicht die Plazenta eine Größe von 15 bis 20 Zentimeter und wiegt bis zu 500 Gramm.

In der Frühschwangerschaft produzieren die Zotten Schwangerschaftshormone, die für die Erhaltung der Schwangerschaft unerlässlich sind. Ab der 12. SSW übernimmt die Plazenta die Hormonproduktion und Versorgung deines Baby.

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Lage der Plazenta: Plazenta Praevia

Die Lage der Plazenta ist abhängig davon, wo sich die befruchtete Eizelle in der Gebärmutter eingenistet hat. Normalerweise sucht sich die Eizelle einen Platz an der oberen Gebärmutterwand um sich einzunisten. Findet sie dort keinen geeigneten Platz, nistet sie sich weiter unten ein. Das ist kein Problem, solange sie den Muttermund nicht berührt. Sollte das bei dir der Fall sein, hast du eine Plazenta Praevia. Diese kann, besonders im 3. Trimester, zu Komplikationen führen.

Plazenta Funktion: Was sind die Aufgaben der Plazenta?

Die Plazenta ist ein wahres Allround-Talent:

  • Die Plazenta produziert Schwangerschaftshormone, wie zum Beispiel hCG, Progesteron und Östrogen, die für den Erhalt deiner Schwangerschaft verantwortlich sind.
  • Sie liefert deinem Baby Sauerstoff und die nötigen Nährstoffe.
  • Abfallprodukte der Atmung und Verdauung deines Babys, werden von der Plazenta, aus der Gebärmutter, in dein Blut abtransportiert.
  • Die Plazenta fungiert als Lager. Sie speichert wichtige Stoffe, wie zum Beispiel Eisen, Calcium, Kohlenhydrate und Proteine, um sie bei Bedarf an dein Baby weiterzuleiten.
  • Schadstoffe, Viren und Bakterien werden durch die Plazenta gefiltert und von deinem Baby ferngehalten. Schädliche Stoffe wie zum Beispiel Alkohol und Nikotin, kann die Plazenta allerdings nicht abwehren. Deshalb solltest du während deiner Schwangerschaft auf Alkohol und Rauchen verzichten.

Die Plazenta als Hormonproduzent

Sobald die Einnistung stattgefunden hat, beginnen die Zotten mit der Hormonproduktion, bis die Plazenta übernimmt. Die Schwangerschaftshormone hCG, Progesteron und Östrogen, sind für eine gesunde Entwicklung deines Babys unerlässlich. Sie sorgen unter anderem dafür, dass die Eizelle nicht abgestoßen wird und kein neuer Eisprung stattfinden kann.

  • hCG: Das Hormon hCG kann schon ab der 2.SSW durch einen Schwangerschaftstest nachgewiesen werden. Vor allem das Wachstum deines Babys wird von hCG unterstützt.
  • Progesteron: Progesteron sorgt unter anderem dafür, dass Wehen nicht zu früh einsetzen und dein Baby nicht als Frühchen auf die Welt kommt.
  • Östrogen: Östrogen stellt sicher, dass die Eierstöcke während der Schwangerschaft nicht aktiv sind und keine neuen Eizellen reifen. Außerdem regt es die Milchbildung und das Wachstum der Gebärmutter an.

Die von der Plazenta produzierten Hormone arbeiten in einem gut aufeinander abgestimmten Gleichgewicht und unterstützen das Wachstum und die Entwicklung deines Babys.

Plazentaschranke: Die Barriere zwischen Mama und Baby

Der Austausch zwischen dir und deinem Baby erfolgt über die Plazentaschranke. Sie trennt deinen Blutkreislauf, von dem deines Babys. Deine Plazenta besteht demnach aus einem mütterlichen und einem kindlichen Teil und wird durch eine Membran (Der Plazentaschranke) getrennt.

Diese Teilung ist wichtig! Wusstest du, dass du und dein Baby unterschiedliche Blutgruppen haben könnt? Wenn du die Blutgruppe A hast und dein Partner die Blutgruppe B, kann euer Baby die Blutgruppe B haben. Somit habt ihr unterschiedliche Blutgruppen. Wäre dein Blutkreislauf mit dem deines Babys verbunden, könnte das zu gesundheitlichen Problemen führen. Denn deine Antikörper würden die fremden Blutkörperchen attackieren.

Die Nachgeburt

Wenn du dein Baby in den Armen hältst, hat die Plazenta ihre Arbeit getan. Circa 10 bis 30 Minuten nachdem dein Baby geboren wurde, löst dein Körper die Plazenta durch Nachwehen von der Gebärmutterwand ab. Dieser Vorgang wird als Nachgeburt bezeichnet.

Die Ablösung der Plazenta hinterlässt eine blutende Wunde in der Gebärmutterwand. Es entsteht der so genannte Wochenfluss. Dieser blutige Ausfluss reinigt die Gebärmutterhöhle und trägt zum Heilungsprozess bei. Die Wunde heilt in den nächsten Tagen und Wochen im Wochenbett ab. Um dir die Zeit im Wochenbett zu erleichtern, gibt es natürlich einige Tipps und Tricks.

Durch die Geburt der Plazenta, sinken die Schwangerschaftshormone im Körper stark ab. Nach wenigen Tagen erreichen sie wieder ihr normales Niveau. Diese Hormonumstellung dauert in etwa 10 Tage. Oft kannst du dabei eine wahre Achterbahn der Gefühle erleben. Deshalb ist es normal, dass du nach der Geburt auch mal Stimmungstief hast oder den Babyblues kennenlernst. Halten diese Verstimmungen allerdings länger als zwei Wochen an solltest du mit deiner Hebamme und deiner Familie darüber reden. Denn dann kann es sein, dass du an einer postpartalen Depression leidest.

Durch das Wegfallen der Schwangerschaftshormone, beginnt dein Körper mit der Bildung der Muttermilch. Der Milcheinschuss findet meistens innerhalb der ersten Woche nach der Geburt statt.

Mutterkuchen essen

Einige Säugetiere essen nach der Geburt ihres Nachwuchses die Plazenta. Und auch immer mehr Frauen haben begonnen, ihre Plazenta nach der Geburt zu verzehren. Im Internet findet man ganze Rezepte und Anleitungen zum Thema. Die Plazenta zu essen, soll wahre Wunder wirken. Es wird zum Beispiel behauptet, dass die Wahrscheinlichkeit an einer postpartalen Depression zu erkranken sinkt, es gut für die Haut ist, die Milchbildung angeregt und die Rückbildung der Gebärmutter unterstützt wird. Wissenschaftlich kann dies allerdings nicht nachgewiesen werden.