Ersttrimesterscreening - Schwangere bekommt Ultraschall beim Frauenarzt

Während deiner Schwangerschaft kommen einige Untersuchungen auf dich zu. Das Ersttrimesterscreening kann einen Hinweis auf mögliche Fehlentwicklungen deines Babys geben. Wie das Screening abläuft und wann es sinnvoll ist, erfährst du hier.

Dr. med. Marit Kolsch
Geschrieben durch Redaktion 24schwanger.de
Medizinisch überprüft durch Dr. med. Marit Kolsch | Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Letztes Update 9 Mai 2022

Was ist ein Ersttrimesterscreening?

Das Ersttrimesterscreening ist ein kombiniertes Verfahren der Pränataldiagnostik. Die Untersuchung kann zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche gemacht werden, also in der frühen Phase deiner Schwangerschaft.

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Durch das Screening kann statistisch berechnet werden, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass bei deinem Baby eine mögliche Fehlentwicklung vorliegt.

Was wird beim Ersttrimesterscreening untersucht?

Beim Ersttrimesterscreening können viele schwerwiegende Fehlbidungen schon früh erkannt werden. Dabei wird mit einem Computerprogramm ausgerechnet, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für Trisomie 13, 18 und 21 ist. Das Ersttrimesterscreening besteht aus einem Ultraschall und einer Blutabnahme zur Bestimmung deiner Hormonwerte. Du kannst es entweder bei einem zertifiziertem Frauenarzt oder einer Praxis für Pränataldiagnostik durchführen lassen.

Es kann sein, dass dir dein Frauenarzt ab einem bestimmten Wert einen NIPT oder eine invasive Diagnostik ans Herz legt.

Wie läuft das Ersttrimesterscreening ab?

Beim Ersttrimesterscreening wird Folgendes untersucht:

  • Messung der Nackentransparenz: Hier wird per Ultraschall untersucht, ob sich im Nacken deines Babys Flüssigkeit angesammelt hat. Dies kann auf eine mögliche Chromosomenstörung hinweisen.
  • Berechnung des Risikos auf eine Präeklampsie: Wenn dein Arzt ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer Präeeklampsie errechnet hat, wird er dir gegebenenfalls niedrig dosiertes Aspirin empfehlen. Dieses kann, wenn es vor der 16. SSW eingenommen wird, die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer Präeklampsie deutlich reduzieren.
  • Blutuntersuchung: Untersuchung deiner Eiweiß- und Hormonwerte (PAPP-A und hCG)

Wann ist ein Ersttrimesterscreening sinnvoll?

Fehlentwicklungen durch Chromosomenstörungen treten bei Babys häufiger auf, wenn die werdende Mutter über 35 Jahre alt ist. Das heißt, je älter die werdende Mama ist, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass bei dem Ungeborenen eine Chromosomenstörung vorliegt. Alle werdenden Eltern müssen entscheiden, ob sie sich das Risiko ausrechnen lassen möchten und welche Konsequenz aus einem auffälligen Ergebnis entstehen würden.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit auf eine Chromosomenstörung?

Die Wahrscheinlichkeit einer möglichen Chromosomenstörung hängt unter anderem von deinem Alter ab.

  • 20 Jahre: Die Wahrscheinlichkeit liegt bei unter 1:1000.
  • 30 Jahre: Die Wahrscheinlichkeit liegt bei etwa 1:1000.
  • 35 Jahre: Die Wahrscheinlichkeit liegt bei etwa 1:270.
  • 40 Jahre: Die Wahrscheinlichkeit liegt bei etwa 1:100.

Du siehst, dass mit jedem Lebensjahr die Wahrscheinlichkeit einer Chromosomenstörung deutlich zunimmt. Du solltest aber wissen, dass es sich bei diesen Werten um statistische Wahrscheinlichkeiten handelt.

Beim Ersttrimesterscreening wird das Risiko “individualisiert”. Das heißt, wenn der Fötus sich unauffällig entwickelt und eine schmale Nackentransparenz hat, ist das individuelle Risiko auf eine Chromosomenstörung niedriger.

Auch werden beim Ersttrimesterscreening deine Hormonwerte, das genaue Schwangerschaftsalter und die Größe deines Babys einbezogen. Damit können zuverlässigere Rückschlüsse gezogen werden. Dennoch bleibt das Ergebnis eine statistische Wahrscheinlichkeit und sagt nichts darüber aus, ob dein Baby auch tatsächlich betroffen ist.

Wie präzise sind die Testergebnisse?

Das Ersttrimesterscreening ist, wie auch die anderen pränataldiagnostischen Untersuchungen, nicht immer hundertprozentig akkurat. Der Erkennungswert für Trisomie 21 liegt beim kombinierten Ersttrimesterscreening bei 85 – 90 %. Du solltest dabei darauf achten, dass du einen sehr erfahrenen Arzt für das Ersttrimsterscreening wählst. Das erhöht die Zuverlässigkeit des Ergebnisses.

Weiterhin solltest du wissen, dass die Testergebnisse auch vom jeweiligen Anbieter abhängig sind. Denn die verifizierten Ärzte benutzen unterschiedliche Computerprogramme für die Risikoberechnung. Daher kann es zu Abweichungen kommen. Frage am besten deinen Frauenarzt, welcher Anbieter in deiner Nähe zu empfehlen ist und wie die Testergebnisse zusammengestellt werden.

Was kostet das Ersttrimesterscreening?

Die Kosten für das Ersttrimesterscreening werden nicht immer von der Krankenkasse übernommen. Der Betrag liegt bei etwa 150 bis 250 Euro und hängt von dem jeweiligen Anbieter des Tests ab. Viele gesetzliche Krankenkassen übernehmen aber im Rahmen von Bonusprogrammen die Kosten. Am besten erkundigst du dich vorher bei deiner Krankenkasse.

Kann man beim Ersttrimesterscreening das Geschlecht des Babys erkennen?

Je nach dem, in der wievielten Schwangerschaftswoche du bist und wie das Baby liegt, ist es möglich, dass der Arzt während des Ersttrimesterscreenings das Geschlecht deines Babys erkennen kann. Allerdings ist es den deutschen Ärzten gesetzlich untersagt, eine Auskunft über das Geschlecht des Babys vor der 15. Schwangerschaftswoche zu geben.