Frau hat ihr Kind nach der Geburt auf sich liegen

HypnoBirthing begleitet dich auf dem Weg zu einer fast schmerzfreien Geburt. Die Methode verspricht eine natürliche, angstfreie und schmerzarme Geburt. Was sich hinter HypnoBirthing verbirgt, wie es funktioniert, was du dabei lernst und welche Vorteile es mit sich bringt, haben wir für dich zusammengefasst.

Was ist HypnoBirthing?

Die Geburt deines Babys ist etwas Einzigartiges. Dein Baby zum ersten Mal zu sehen und in den Armen zu halten, ist eine unbeschreibliche Erfahrung. Leider wird die Geburt häufig mit Stress und mit Schmerzen verbunden. HypnoBirthing soll dich auf eine sanfte, natürliche, selbstbestimmte und sichere Geburt deines Babys vorbereiten. Die Zusammenarbeit zwischen dir, deinem Partner, deinem Baby, deiner Umgebung, deinem Körper und deinem Geist stehen dabei im Mittelpunkt.

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Was kannst du dir unter HypnoBirthing vorstellen?

Beim HypnoBirthing geht es um sogenannte Selbsthypnose, also die Fähigkeit zu lernen, dich selbst in einen tranceartigen Zustand zu begeben. Du befindest dich noch stets bei vollem Bewusstsein und hast die Kontrolle über deinen Körper. Emotional bist du jedoch absolut tiefenentspannt.

Das Vertrauen in deinen Körper und in dein Baby spielt eine wichtige Rolle bei dieser Methode. Denn sowohl dein Körper als auch dein Baby wissen genau, was sie bei der Geburt machen müssen. Je mehr du die natürlichen Abläufe verstehst und über sie weißt, desto weniger Angst hast du. Eventuell empfindest du auch weniger Schmerzen, da dein Körper diesen natürlichen Prozess der Geburt nicht durch Stresshormone bekämpft.

Das lernst du beim HypnoBirthing

Du lernst Atemübungen, Meditationspraktiken und Massagetechniken kennen, mit deren Hilfe du dich in Selbsthypnose versetzen kannst. Dein Partner lernt, wie er dich dabei unterstützen kann, deine Tiefenentspannung aufrecht zu erhalten beziehungsweise dich auf dem Weg in die Selbsthypnose zu begleiten.

Zusätzlich sprichst du dir selbst gut zu und visualisierst deine Wunschgeburt. Auch das Thema Selbstbestimmung kommt große Bedeutung zu. Denn du als werdende Mutter sollst das Selbstvertrauen haben, für dich einzustehen und zu bestimmen, wie du gebären möchtest.

Hier noch kurz auf einen Blick, was Bestandteile eines HypnoBirthing-Kurses sind:

  • Atemtechniken, um deine Wehen aufzufangen.
  • Meditationstechniken, um einen tiefen, entspannten Zustand zu erlangen.
  • Überblick über den Geburtsablauf, damit du weißt, was dir bevorsteht.
  • Informationen über die körperliche Veränderungen während der Schwangerschaft.
  • Erlernen von Gebärpositionen.
  • Entwickeln eines Geburtsplans.
  • Videos von HypnoBirthing-Geburten.
  • Visualisierung und positive Anker setzen, die Entspannung bringen.
  • Neutrale HypnoBirthing-Begriffsdefintionen.
  • Selbstbestimmung bei der Geburt.

HypnoBirthing kann von jeder werdenden Mama erlernt werden. Du brauchst weder Vorkenntnisse noch musst du irgendwelche Voraussetzungen erfüllen. Ein großer Vorteil der HypnoBirthing-Methode ist, dass sie überall angewendet werden kann. Egal, wo und wie du entbindest. Selbst bei einem ungeplanten Kaiserschnitt kannst du die Entspannungsübungen und Atemtechniken durchführen.

Fokus auf Positivität im HypnoBirthing

Im HypnoBirthing verwendet man nicht dieselben Begrifflichkeiten wie bei anderen Geburtsvorbereitungskursen. Man spricht beispielsweise nicht von Wehen oder Kontraktionen, sondern von Geburtswellen. Das kommt daher, da man mit dem Wort Wehe Negatives assoziiert, da es von “weh tun” abgeleitet wird und somit so viel wie Schmerz oder Leid bedeutet.
Demzufolge werden auch Worte wie Schmerz und Druck durch die Worte Empfindungen ersetzt.

Bei der letzten Phase der Geburt spricht man beim HypnoBirthing nicht von Pressen, sondern vom aktiven Rausschieben des Babys mit der Atmung. Beim HypnoBirthing atmest du ständig weiter, im Unterschied zum Pressen, bei dem die Luft angehalten wird. Mit der Geburtsatmung des HypnoBirthings bringst du dein Baby im besten Fall sanft und ohne Anspannung der Muskeln auf die Welt.

Die HypnoBirthing-Begrifflichkeiten sind vielfältig und sollen dafür sorgen, dass keine negativen Assoziationen hervorgerufen und dadurch die Muskeln angespannt werden. Je relaxter du bei der Geburt bist, desto weniger Schmerzen solltest du empfinden.

Infos zum HypnoBirthing-Kurs

Den Kurs besuchst du gemeinsam mit deinem Partner. Er dauert insgesamt 12,5 Stunden und ist auf vier oder fünf Einheiten aufgeteilt. In einer Einheit steht dein Partner im Mittelpunkt. Es wird speziell auf seine Ängste, Sorgen und Fragen eingegangen.

HypnoBirthing soll durch Stressreduktion die Geburt entspannter und stressfreier gestalten. Es bedeutet jedoch nicht, dass die Geburt garantiert schmerz- und/oder komplikationsfrei ablaufen wird. Du lernst jedoch, dass du die Verantwortung für die Geburt hast und, dass du beziehungsweise dein Partner für eure Wünsche einsteht.

Läuft die Geburt nicht ab wie du dir das vorgestellt hast, wenn dein Baby beispielsweise über einen Kaiserschnitt auf die Welt geholt werden muss, hast du dennoch das Werkzeug in der Hand, um dich zu entspannen und dich auf die neue Situation einzulassen. Vertraue deinem Körper und deinem Baby.

Wann beginnst du am besten deinen HypnoBirthing-Kurs?

Du kannst jederzeit mit dem Kurs beginnen. Oft wird empfohlen zu starten, wenn man den ersten Babytritt gespürt hat. Diesen kannst du häufig um die 20. SSW rum spüren. Der Kurs dauert fünf Wochen. Zusätzlich solltest du täglich die erlernten Übungen und Techniken wiederholen, um sie gut zu verinnerlichen. So hast du auch genügend Zeit, dir deine Wunschgeburt zu visualisieren und einzuprägen.

Je häufiger du dich selbst in den tranceartigen Zustand begibst, desto einfacher wird und schneller geht die Geburt. Darum solltest du nicht später als in der 30. SSW mit dem Kurs beginnen.

HypnoBirthing: Wie viel kostet der Kurs?

Die Kosten für einen HypnoBirthing-Kurs sind unterschiedlich. Besuchst du einen Gruppenkurs, kannst du mit einem Betrag zwischen 350-500 Euro rechnen. Einzelkurse sind teurer und belaufen sich auf 450 bis 800 Euro.

Geburtsvorbereitungskurse werden oft von der Krankenkasse bezahlt. HypnoBirthing zählt hier nicht immer dazu. Informiere dich am besten vorab bei deiner Krankenkasse, ob sie die Kosten für deinen Kurs übernimmt.

Zusammengefasst ist HypnoBirthing eine sanfte Methode zur Geburtsvorbereitung. Selbstbestimmung, Vertrauen in dich und dein Baby sowie eine stressfreie und schmerzarme Geburt stehen dabei im Fokus. Zusätzlich soll eine neutrale Begriffsdefinition bei dir für Entspannung sorgen.