schwangere Frau mit Stimmungsschwankungen sitzt einsam auf einer Bank und schaut aufs Wasser

Von himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt? Du könntest in einer Sekunde die ganze Welt umarmen und willst dich im nächsten Moment nur noch unter deiner Decke auf der Couch verkriechen? Oder gehst du ohne besonderen Grund von jetzt auf gleich an die Decke?

Keine Angst, mit dir ist alles in Ordnung. Du bist schwanger und erlebst gerade eine Achterbahn der Gefühle. Das Positive daran ist, dass Stimmungsschwankungen in der Schwangerschaft ganz normal sind. Und auch, wenn du dich selbst manchmal nicht wiedererkennst, gehören Stimmungsschwankungen vor allen Dingen im ersten Trimester einer Schwangerschaft dazu.

Was verursacht Stimmungsschwankungen?

Hervorgerufen werden die gefühlsmäßigen Berg- und Talfahrten durch die hormonellen Umstellungen. In dem Moment, in dem sich die befruchtete Eizelle in der Gebärmutter einnistet, beginnt der weibliche Körper mit der hormonellen Umstellung, um sich auf die Schwangerschaft und die bevorstehende Geburt vorzubereiten.

Aber nicht nur die Hormone sind für die Stimmungsschwankungen während einer Schwangerschaft verantwortlich. Denn es ist normal, dass du dich gleichzeitig auch noch mit vielen Fragen auseinandersetzt: Ist mein Kind gesund? Werde ich eine gute Mutter sein? Diese Fragen und die Unsicherheit können deine Stimmung ebenfalls beeinflussen.

Die Intensität der Stimmungsschwankungen ist von Fall zu Fall verschieden. Setz dich daher nicht unter Druck und vergleiche dich nicht mit Bekannten oder Freundinnen. Beinahe jede Frau kennt während der ersten Schwangerschaftswochen Stimmungsschwankungen.

Wann treten die Stimmungsschwankungen auf?

Die meisten Stimmungsschwankungen treten in der Regel im ersten Trimester zwischen der sechsten und zehnten SSW auf. Danach passt sich dein Körper immer besser an die Schwangerschaftshormone an und du gewinnst wieder die Oberhand über deine Emotionen. Darüber hinaus hast du dich inzwischen an den Gedanken gewöhnt, schwanger zu sein, und anfängliche Beschwerden wie Sodbrennen oder Übelkeit sind inzwischen wahrscheinlich auch schon ein wenig besser geworden.

Im zweiten Trimester treten meistens keine Stimmungsschwankungen auf. Erst wieder gegen Ende der Schwangerschaft, im dritten Trimester. Das ist aber keineswegs außergewöhnlich, denn dein Körper bereitet sich auf die Entbindung vor, welche viele Emotionen in dir wecken wird.

Stimmungsschwankung oder Depression?

Wenn du schon vor deiner Schwangerschaft unter Depressionen oder anderen seelischen Krankheiten gelitten hast oder du dich länger als zwei Wochen hintereinander schlecht und traurig fühlst, ist es ratsam, einen Termin bei deinem Frauenarzt oder Psychotherapeuten zu vereinbaren.

Denn unbehandelte emotionale Probleme können unter anderem das Risiko für Frühgeburten und für postnatale Depressionen erhöhen. Aber keine Angst, dein Arzt weiß, was zu tun ist und kann die Situation zusammen mit dir einschätzen und dich unterstützen.

Was hilft bei Stimmungsschwankungen?

Stimmungsschwankungen gehören zu einer Schwangerschaft dazu. Glücklicherweise gibt es ein paar Tipps, wie du deine Gefühle ein wenig kontrollieren und dir selbst etwas Gutes tun kannst.

  • Stressabbau: Wenn du unter hoher Anspannung stehst, kochen häufiger die Emotionen über. Deshalb solltest du versuchen, dich während deiner Schwangerschaft möglichst wenig zu stressen oder stressen zu lassen. Lass es ruhig angehen, nimm dir Zeit für dich selbst. Mach öfter eine Pause. Oder gönne dir eine Massage. Sie wirkt Wunder und baut Stress ab – vielleicht wäre es sogar eine Idee, dass dein Partner dich massiert?
  • Rede mit anderen über deine Gefühle: Oft hilft eine gute Unterhaltung mit dem Partner, der besten Freundin, anderen schwangeren Frauen oder der eigenen Mama. Rede dir deine Sorgen und Ängste von der Seele und tausche deine eigenen Erfahrungen mit denen von anderen werdenden Müttern aus. Wie heißt es so schön? Geteiltes Leid ist halbes Leid.
  • Lasse dir helfen: In der Schwangerschaft muss man wahnsinnig viele Dinge erledigen, besorgen oder planen. Entscheide, ob du diese Dinge wirklich selbst erledigen musst. Oder lasse sie von deinem Partner oder deinen Freunden für dich erledigen. Damit kannst du dir ein wenig Freiraum verschaffen und bist um eine Sorge ärmer.
  • Gesund leben: Je besser du dich fühlst, desto seltener tauchen Stimmungsschwankungen auf. Schlaf gut, bewege dich ausreichend an der frischen Luft und ernähre dich gesund und regelmäßig.
  • Dein Partner und Umfeld als Punchingball: Sei offen und ehrlich zu deinem Partner und deinem Umfeld. Sag ihnen, dass du gerade ein wenig emotionaler und explosiver reagieren kannst als sonst. Dadurch, dass du es angesprochen hast, sind sie auf einen möglichen emotionalen Ausbruch deinerseits vorbereitet.
  • Mache was Schönes: Nimm dir regelmäßig Zeit, etwas Schönes zu unternehmen. Das macht dich glücklich und verringert die Wahrscheinlichkeit, dass negative Emotionen auftreten. Geh zum Beispiel essen, einkaufen, triff dich mit Freundinnen oder schau dir einen schönen Film an.
  • Schreibe Tagebuch: Nimm dir ein paar Minuten Zeit, und schreibe auf, was dich bewegt. Was sind deine Sorgen und Ängste? Worauf freust du dich? Welche Veränderung hast du an diesem Tag verspürt? Was hat dich geärgert? Wofür bist du dankbar? Den Tag mit einem kurzen Tagebucheintrag zu beginnen und zu beenden, kann helfen die Gedanken zu ordnen und Sorgen aus dem Kopf zu bekommen.