Schwangere liegt mit Computer und Notizbuch im Bett und macht sich Notizen

In einem Geburtsplan kannst du deine Wünsche für die Geburt festhalten. So kannst du dir sicher sein, dass alles dafür getan wird, damit die Geburt so verläuft, wie du es dir wünscht. Aber was genau steht in einem Geburtsplan? Und wie schreibt man ihn?

Braucht man einen Geburtsplan?

Ein Geburtsplan ist dafür da, um sich mit seinen eigenen Wünschen für die Geburt auseinander zu setzen. Wenn man diese aufschreibt, werden sie greifbarer und du kannst spüren, ob sich deine Vorstellungen für die Geburt gut anfühlen.

Du solltest dich, bevor du dich an deinen Geburtsplan setzt, damit auseinandersetzen, was du bei der Geburt willst und was nicht. Ein Geburtsplan kann vor allen Dingen eine große Hilfe sein, wenn du zum Beispiel aufgrund von Schmerzmitteln nicht mehr in der Lage bist, eigene Entscheidungen zu treffen.

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Vorteile eines Geburtsplans

Ein Geburtsplan ist außerdem hilfreich, um sich mit den eigenen Ängsten auseinander zu setzen. Du kannst den Geburtsplan mit zur Anmeldung ins Krankenhaus nehmen. Dann kannst du dir sicher sein, dass er sich bei deinen übrigen Unterlagen befindet. So können sich die Hebammen am Tag der Geburt auf dich einstellen und die Geburt so angenehm wie möglich für dich gestalten.

Ein Geburtsplan kann dir zudem Sicherheit in eventuellen Ausnahmezuständen bieten. Du kannst darin festlegen, wer Entscheidungen treffen darf, für den Fall, dass du sie nicht mehr treffen kannst. Ob du dein Vertrauen in die Hände vom Fachpersonal legst, oder dein Partner beziehungsweise deine Vertrauensperson Entscheidungen in deinem Namen treffen darf.

Am besten ist es, wenn du deinen Partner in die Gestaltung deines Geburtsplans mit einbeziehst. So kann dein Partner ebenfalls seine Vorstellungen und Wünsche äußern. Außerdem kann er am Tag der Entbindung dafür sorgen, dass alles so umgesetzt wird, wie du es dir wünschst. Bei allem solltest du aber dennoch auch Platz für eine Grauzone lassen. Denn nicht jede Geburt verläuft nach Plan und nicht immer kann man den Geburtsplan einhalten. Dennoch werden Hebammen und dein Partner sich bemühen, deine Wünsche auch in Notsituationen so gut es geht einzuhalten.

Erstellung eines Geburtsplans: drei Phasen

  • Bringe alle Wünsche und Befürchtungen zu Papier. Nimm dir dafür einen Abend Zeit. Am besten machst du ein Brainstorming. Denke gut darüber nach, was auf dich während der Wehen zukommen könnte und setz dich mit deinen Ängsten und Wünschen auseinander. Was sind die Dos and Dont´s für dich? Da man sich vor allen Dinge als Erstgebärende wenig unter der Geburt vorstellen kann, solltest du dich gut informieren. Lese dazu am besten im Internet, in Büchern, besuche einen Geburtsvorbereitsungskurs und frage deine Hebamme nach Informationen. Und dann solltest du einfach alles aufschreiben, was dich beschäftigt.
  • Besprich alles mit dem Krankenhaus. Da du wissen solltest, ob deine Wünsche auch erfüllt werden können, solltest du vorab mit dem Krankenhaus darüber reden. Auch beim vorherigen Rundgang im Krankenhaus können viele Fragen gestellt werden.
  • Schreibe deinen Geburtsplan. Nachdem du weißt, was machbar ist, kannst du deinen endgültigen Geburtsplan schreiben. Idealerweise solltest du dich auf eine A4-Seite beschränken, damit auf einen Blick sichtbar ist, was du willst. Natürlich kannst du den Plan jederzeit ändern. Denn er dient nur als Leitfaden und nichts ist in Stein gemeißelt.

Beispiele für die Geburtsplan-Vorlage

Hierunter findest du einige Fragen, mit denen du dich für deinen Geburtsplan auseinandersetzen kannst. Dabei solltest du darauf achten, dass du die Punkte priorisierst, die für dich am wichtigsten sind. Wir haben dir ein paar Beispiele aufgeschrieben, damit dir der Einstieg in deinen individuellen Geburtsplan leichter fällt.

Kommunikation

  • Wann ist es in Ordnung, vom Geburtsplan abzuweichen?
  • Möchtest du, dass das medizinische Personal dich über die Abläufe bei der Geburt informiert?
  • Möchtest du an Entscheidungen beteiligt werden, die dich oder dein Baby betreffen? Wenn ja, an welchen?
  • Für den Fall, dass du nicht mehr in der Lage sein solltest, Entscheidungen zu treffen, wer kann sie für dich treffen?

Umgebung und Pflegepersonal

  • Wo möchtest du am liebsten entbinden?
  • Wer darf bei der Geburt anwesend sein?
  • Wie stehst du zur Wassergeburt?
  • Willst du vorher einen Einlauf?
  • Welche Wünsche hast du in Bezug auf den Kreißsaal?
  • Sind Fotos oder Videos erlaubt? Wenn ja, wer macht sie?

Geburt

  • Welche Geburtspositionen willst du während der Wehen und des Pressens einnehmen? Möchtest du von der Hebamme dazu Tipps bekommen?
  • Möchtest du Schmerzmittel? Wenn ja, welche?
  • Welche Wünsche hast du bezüglich der medizinischen Versorgung? Hier kannst du zum Beispiel an die Überwachung des Herzschlags, Infusionen, Dammschnitt oder Kaiserschnitt denken.
  • Im Falle eines Kaiserschnitts: Wer wird anwesend sein? Falls eine Anästhesie notwendig oder gewünscht ist, was sind deine Wünsche?
  • Willst du dein Baby selbst annehmen?
  • Willst du das Köpfchen fühlen?

Nach der Geburt

  • Was sind deine Wünsche fürs Bonding?
  • Möchtest du dein Baby stillen?
  • Welche Wünsche hast du bezüglich der ersten ärztlichen Untersuchung deines Babys?
  • Wann und von wem wird die Nabelschnur durchtrennt?
  • Was ist, wenn das Stillen nicht sofort klappt?
  • Was soll mit der Plazenta geschehen?
  • Willst du Nabelschnurblut spenden oder einlagern?
  • Welche Wünsche hast du, falls dein Baby auf die Intensivstation muss?
  • Was ist, wenn du dein Baby aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst festhalten kannst?
  • Willst du ein Familienzimmer?