Zwillingsschwangerschaft: Stolzer Papa und Opa bewundern die Zwillinge.

Eine Mehrlingsschwangerschaft ist ab der 6. SSW im Ultraschall zu erkennen. Aber Wie wahrscheinlich ist es, Zwillinge zu bekommen? Und was ist der Unterschied zwischen eineiigen und zweieiigen Zwillingen? Wir verraten es dir.

Eineiige Zwillinge oder Zweieiige Zwillinge?

Eine Zwillingsschwangerschaft kann man ab der 6. SSW im Ultraschall erkennen. Wahrscheinlich ist es erstmal eine große Überraschung, wenn du auf dem Ultraschall zwei Herzen schlagen siehst. Bist du neugierig, ob es sich um eineiige oder zweieiige Zwillinge handelt?

Wenn du einen doppelten Eisprung hattest, kann es sein, dass zwei Eizellen befruchtet werden. In diesem Fall bekommst du zweieiige Zwillinge. Deine Babys haben dann eine unterschiedliche DNA. Die Geschwister werden sich ähnlich sehen, sind aber nicht identisch. Ein zweieiiges Zwillingspärchen kann dasselbe Geschlecht haben, oder aus einem Jungen und einem Mädchen bestehen.

Es kann aber auch vorkommen, dass sich aus einer Eizelle zwei Babys entwickeln. Dann bekommst du eineiige Zwillinge. Bei eineiigen Zwillingen ist die DNA beinahe identisch. Deshalb gleichen eineiige Zwillinge einander wie ein Ei dem anderen. Dieses Zwillingspärchen hat immer dasselbe Geschlecht.

Verschiedene Zwillingsarten

Dein Baby befindet sich in der Gebärmutter in einer Fruchtblase, die mit Fruchtwasser gefüllt ist. Bei zweieiigen Zwillingen und 28 Prozent der eineiigen Zwillingen hat jedes Baby eine eigene Fruchtblase und eine eigene Plazenta. Diese Art der Zwillingsschwangerschaft nennt man dichorale-diamniostische Zwillinge.

Der Großteil der eineiigen Zwillinge (etwa 70 Prozent), haben zwar beide ihre eigene Fruchtblase, teilen sich jedoch die Plazenta. Es sind also monochoriale-diamniostische Zwillinge.

In seltenen Fällen teilen sich die Zwillinge nicht nur die Plazenta, sondern auch die Fruchtblase. Dann spricht man von monochorialen-monoamniostischen Zwillingen.

Ob deine Zwillinge dichorial oder monochorial sind ist wichtig, da Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen bei monochorialen Zwillingen wahrscheinlicher sind.

Zwillingsarten Infographik

Zwillinge Wahrscheinlichkeit

Die Wahrscheinlichkeit bei einer Schwangerschaft spontan Zwillinge zu bekommen, liegt bei etwa 1,2 Prozent. Das heißt, dass eine von 85 Frauen mit Zwillingen schwanger wird. Seit den 80er Jahren steigt die Zahl der Mehrlinge aber immer weiter an. Der Grund dafür ist die Entwicklung der Kinderwunschbehandlungen. Durch die künstliche Befruchtung und andere Fruchtbarkeitsbehandlungen steigt die Chance auf eine Zwillingsschwangerschaft auf 2,1 Prozent. Heutzutage können etwa ein Viertel der Mehrlingsschwangerschaften auf eine künstliche Befruchtung zurückgeführt werden.

Schwanger mit Zwillingen

Wenn du Zwillinge erwartest, kann es sein, dass du schon früh unter Schwangerschaftssymptomen wie zum Beispiel Übelkeit leidest. Das wird vom Schwangerschaftshormon hCG verursacht. Dieses Hormon wird von der Plazenta produziert, sobald sich die Eier eingenistet haben. Da bei den meisten Schwangerschaften beide Babys eine eigene Plazenta haben, ist der hCG-Wert bei Zwillingsmamas meistens erhöht.

Aber nicht nur die Schwangerschaftsbeschwerden können bei Zwillingen stärker ausfallen. Eine Zwillingsschwangerschaft bringt auch einige zusätzliche Risiken mit sich.

Risiken einer Mehrlingsschwangerschaft

Das Komplikationsrisiko steigt, je mehr Babys du erwartest. Zu den häufigsten Beschwerden bei Mehrlingsschwangerschaften zählen:

  • Rückenschmerzen: Durch die starke Gewichtszunahme wird dein Rücken stark belastet und kann schnell schmerzen.
  • Bluthochdruck:Wenn du mit Zwillingen schwanger bist, ist es sehr wahrscheinlich, dass du unter Bluthochdruck leidest.
  • Frühgeburt: Dein Körper ist gegen Ende der Schwangerschaft überlastet. Oft kommt es bei Zwillingen zu vorzeitigen Wehen, da die Gebärmutter (Uterus) überdehnt und der Gebärmutterhals (Cervix) verkürzt ist.
  • Wachstumsprobleme: Ab der 32. SSW wachsen Zwillinge nicht mehr so schnell wie ein Baby während einer normalen Schwangerschaft. Deshalb wiegen sie bei der Geburt auch meistens weniger.
  • Beckenendlage: Da sich die Zwillinge in der Gebärmutter in die Quere kommen können steigt das Risiko, dass ein oder beide Zwillinge in Beckenendlage liegen. Das heißt, nicht mit dem Kopf im Becken liegen, sondern mit den Füßen, dem Po oder seitlich.
  • Nabelschnurvorfall: Bei Zwillingen ist es wahrscheinlicher, dass sich die Nabelschnur irgendwo verwickelt und zum Problem wird.
  • Postpartale Blutungen: Wenn sich die Plazenta von der Gebärmutterwand löst, entsteht eine blutende Wunde. Diese ist bei Zwillingen größer und kann deshalb zu starken Lösungsblutungen führen.
  • Fetofetales Transfusionssyndrom (FFTS): Wenn sich deine Zwillinge eine Plazenta teilen, kann es sein, dass nicht beide gleich versorgt werden. Beim FFTS überträgt ein Zwilling (der Donor) Blut zum anderen Zwilling (der Akzeptor). Das heißt, dass ein Zwilling unterversorgt und der andere überversorgt wird.

Schwangerschaftskontrolle bei Zwillingen

Eine Zwillingsschwangerschaft zählt immer als Risikoschwangerschaft und muss engmaschig kontrolliert werden. Deshalb musst du öfters zum Frauenarzt. Der Frauenarzt kontrolliert das Wachstum deiner Babys und ihre Lage in der Gebärmutter. Außerdem kontrolliert dein Frauenarzt, ob beide Babys genügend Nährstoffe bekommen.

Wenn du mit Zwillingen schwanger bist, steigt außerdem das Risiko, dass du eine Blutarmut entwickelst. Deshalb wird dir dein Frauenarzt wahrscheinlich Folsäure und Eisentabletten verschreiben. Und auch deinen Blutdruck wird dein Frauenarzt bei jedem Arztbesuch messen. Denn bei einer Zwillingsschwangerschaft tritt Bluthochdruck doppelt so häufig auf.

Wann werden Zwillinge geboren?

Die meisten Zwillinge, kommen vor dem errechneten Geburtstermin zur Welt. Wann genau Zwillinge geboren werden, hängt von der Zwillingsart ab.

Werden Zwillinge immer per Kaiserschnitt geboren?

Da das Komplikationsrisiko mit jedem weiteren Baby steigt, raten Frauenärzte oft dazu, die Zwillinge per Kaiserschnitt zu entbinden. Wenn deine Zwillingsschwangerschaft bis jetzt jedoch unauffällig verlaufen ist, deine Babys je eine eigene Plazenta haben und der vorne liegende Zwilling mit dem Kopf im Becken liegt, kannst du deine Zwillinge vaginal zur Welt bringen.

Dazu wird allerdings nur geraten, wenn die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Du wünscht dir ausdrückliche eine vaginale Entbindung.
  • Deine Babys sind über der 34. SSW und werden auf über 1800g geschätzt.
  • Der Gewichtunterschied deiner Zwillinge beträgt nicht mehr als 20 Prozent.
  • Das CTG zeigt keine Auffälligkeiten.
  • Du hast keine Vorerkrankungen und andere Risikofaktoren wurden ausgeschlossen.
  • Dir steht ein erfahrenes Geburtsteam zur Verfügung.

Wusstest du, dass...?

Bis 2011 galt der Kaiserschnitt als sicherste Art Zwillinge zu entbinden

Durch eine umfangreiche Studie von Zwillingsgeburten wurde aber festgestellt, dass es keinen Einfluss auf die Überlebenschancen von Zwillingen hat, ob sie per Kaiserschnitt oder vaginal geboren werden.

Die vaginale Geburt von Zwillingen

Eine vaginale Entbindung verläuft bei Zwillingen bis zur Austreibungsphase ähnlich wie bei einem Baby. Wenn es dem ersten Baby nach der Geburt gut geht, wird es dir direkt auf die Brust gelegt. So kannst du dein erstes Zwillingsbaby bewundern und kennenlernen, bevor das zweite Baby geboren wird. Währenddessen wird eine zweite Hebamme die Herzfrequenz und Lage des zweiten Zwillings überprüfen.

Bis zur Geburt des zweiten Babys kann es noch eine Weile dauern. Denn in der Regel haben Frauen nach der Geburt des ersten Babys eine Wehenpause von 20 bis 30 Minuten, bevor die Wehen wieder einsetzen. Liegt das zweite Baby mit dem Kopf im Becken, kann auch der zweite Zwilling vaginal entbunden werden. Liegt es in Quer- oder Beckenendlage, muss es per Kaiserschnitt geholt werden, wenn eine äußere Wendung nicht klappt.

Nach der Geburt deiner Zwillinge darfst du dann mit deinen Babys kuscheln. In der Zwischenzeit machen die Nachwehen ihre Arbeit und sorgen dafür, dass die Plazenten geboren werden.