Scheidenpilz in der Schwangerschaft: Schwangere streichelt ihren Babybauch.

Ein Scheidenpilz ist immer eine unangenehme Sache. Doch wenn du schwanger bist, machst du dir sicher noch mehr Gedanken: Was sind die Ursachen? Kann der Scheidenpilz meinem Baby schaden? Welche Medikamente darf ich überhaupt nehmen? Wir verraten es dir.

Was ist ein Scheidenpilz?

Ein Scheidenpilz ist eine Pilzerkrankung im Intimbereich. Sie führt zu einer Entzündung der Schleimhaut in der Vagina und der äußeren Haut im Bereich der Schamlippen. Verantwortlich dafür ist ein Hefepilz namens Candida albicans. Beim Scheidenpilz handelt es sich um eine sehr häufige Erkrankung. Etwa drei Viertel aller Frauen haben mindestens einmal im Leben eine Pilzerkrankung im Genitalbereich.

Gut zu wissen: Ein Scheidenpilz hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Es gibt also keinen Grund, sich dafür zu schämen!

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Ursachen für einen Scheidenpilz

Der Hefepilz Candida albicans gehört zur normalen Scheidenflora. Allerdings wird er in der Regel durch das gesunde saure Milieu in der Vagina in Schach gehalten. Wenn dieses Milieu gestört ist, können sich Pilze leicht ausbreiten. So entsteht ein Pilzbefall, der zu Beschwerden führt.

Gründe für eine Störung der Scheidenflora können sein:

  • Übermäßige Reinigung des Intimbereichs
  • Antibiotikaeinnahme
  • Geschwächtes Immunsystem
  • Hormonelle Umstellungen, beispielsweise in der Schwangerschaft

Eine andere Ursache für einen Scheidenpilz ist die Übertragung eines Erregers beim Sex.

Symptome bei einem Scheidenpilz

Bei einem Scheidenpilz kannst du eine Reihe von Symptomen haben:

  • Starker Juckreiz im Intimbereich
  • Brennen an oder in der Scheide
  • Ausfluss, der gelblich-weißlich und krümelig ist
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Schmerzen beim Sex
  • Vagina und Vulva sind rot und geschwollen
  • Bläschen oder Schuppen an der umliegenden Haut

Wichtig ist, dass nicht immer alle Symptome auftreten müssen. Zudem muss nicht immer ein Scheidenpilz die Ursache für solche Symptome sein. Daher solltest du bei Beschwerden immer zu deinem Frauenarzt gehen, damit er die richtige Diagnose stellen kann.

Diagnose und Behandlung des Scheidenpilzes

Bereits die Beschreibung deiner Symptome gibt deinem Frauenarzt erste Hinweise auf einen Scheidenpilz. Er wird zunächst das Aussehen deines Intimbereichs untersuchen. Ein Scheidenpilz zeigt sich von außen manchmal durch Rötungen und Schwellungen im Bereich der Schamlippen. In der Vagina erkennt man den Scheidenpilz an einem weißen Belag auf der Schleimhaut.

Anschließend kann er einen Abstrich machen, um den Erreger zu bestimmen. Da die Behandlung nicht vom genauen Pilzstamm abhängig ist, wird dieser Schritt aber oft ausgelassen.

Um einen Scheidenpilz zu behandeln, werden Antimykotika eingesetzt. Das sind Mittel, die Pilze abtöten. Meist werden Salben für die Haut im Intimbereich und Zäpfchen gegen den Pilzbefall in der Vagina verwendet. Manchmal verschreibt der Arzt auch Tabletten zum Einnehmen. Die Behandlung dauert normalerweise eine Woche.

Wie kommt es zu einem Scheidenpilz in der Schwangerschaft?

In der Schwangerschaft ändert sich das hormonelle Gleichgewicht in deinem Körper. Daher kann es leichter zu Pilzinfektionen wie einem Scheidenpilz kommen. Etwa ein Drittel der werdenden Mütter hat am Ende des 3. Trimesters eine Infektion mit einem Hefepilz im Intimbereich. Viele haben dabei keine Symptome, die auf einen Scheidenpilz hinweisen.

Risiken durch einen Scheidenpilz in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft gefährdet ein Scheidenpilz deinen kleinen Schatz nicht unmittelbar. Es gibt aber Hinweise darauf, dass Pilzinfektionen das Risiko für eine Fehl– oder Frühgeburt leicht erhöhen können. Das ist allerdings noch nicht abschließend geklärt.

Bei einer vaginalen Geburt kann der Scheidenpilz auf die Haut deines Babys übertragen werden. Durch den Mund kann der Hefepilz dann in den kleinen Körper gelangen. Bei Babys kann es so beispielsweise zu Pilzinfektionen wie Mundsoor oder Windelsoor kommen. Sie sind in der Regel nur unangenehm und nicht gefährlich, müssen aber behandelt werden.

Für Frühchen kann eine Infektion mit einem Pilz allerdings gefährlich werden. In sehr seltenen Fällen kann eine Candida-Infektion bei ihnen lebensbedrohlich sein.

Vorsorge in der Schwangerschaft

Vorsorgeuntersuchungen, um eine Pilzinfektion frühzeitig zu erkennen, werden in der Schwangerschaft nicht routinemäßig durchgeführt. Meist testet der Arzt erst auf einen Scheidenpilz, wenn die werdende Mutter Symptome hat. Da viele Schwangere im 3. Trimester eine Pilzinfektion haben, kann es aber auch unabhängig von Beschwerden sinnvoll sein, dies ab der 34. SSW zu untersuchen. Dazu macht dein Arzt einen Abstrich und legt eine Pilzkultur an.

Behandlung von Scheidenpilz in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft darfst du keine Tabletten gegen Pilze einnehmen. Stattdessen sollte der Scheidenpilz durch Cremes und Zäpfchen direkt am Ort der Infektion behandelt werden.

Vaginaltabletten darfst du ebenfalls nutzen, allerdings sollten sie mit dem Finger und nicht mit einem Applikator eingeführt werden. Wenn du einen Applikator verwendest, besteht das Risiko, dass du dich im Bereich des Muttermundes verletzt.
Auch wenn du keine Symptome hast, sollte der Scheidenpilz in der Schwangerschaft auf jeden Fall behandelt werden. Du solltest spätestens eine Woche vor dem errechneten Geburtstermin mit der Behandlung beginnen. So kann verhindert werden, dass die Infektion bei der Geburt auf dein Baby übertragen wird.

In der Schwangerschaft solltest du dich vor der Verwendung von Cremes und Zäpfchen aus der Apotheke mit deinem Frauenarzt beraten. Nur er kann genau beurteilen, welche Mittel wie lange eingesetzt werden sollten.