Frauenärztin entdeckt beim Ultraschall eine Blasenmole.

Eine Blasenmole kann aus einer befruchteten Eizelle entstehen, die sich im Verlauf der ersten Schwangerschaftswochen nicht richtig entwickelt. Aber was bedeutet die Diagnose Blasenmole für dich und wie wird eine Blasenmole behandelt? Wir verraten es dir.

Was ist eine Blasenmole?

Blasenmolen entwickeln sich aufgrund von Chromosomenstörungen, die bei der Befruchtung der Eizelle entstehen. Das kann zum Beispiel passieren, wenn ein Spermium eine Eizelle befruchtet, die keine mütterliche Erbinformation enthält. Die Eizelle nistet sich zwar in der Gebärmutterschleimhaut ein, entwickelt sich aber nicht zu einem Embryo weiter, sondern wuchert und entwickelt sich zu einem Tumor, einer sogenannten Blasenmole.

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Oftmals entsteht eine Blasenmole deshalb aus einem Windei. Aber auch aus Zellen, die nach einer Fehlgeburt in der Gebärmutter zurückbleiben, kann eine Blasenmole entstehen. Zum Glück tritt sie viel seltener als ein Windei auf. Eine Blasenmole entwickelt sich nur in einer von etwa 2000 Schwangerschaften.

Wusstest du, dass...?

Blasenmolen kommen oft bei Frauen unter 17 und über 35 vor

Arten von Blasenmolen

Bei Blasenmolen unterscheidet man grundsätzlich zwei verschiedene Arten:

  • Nicht-invasive Blasenmole: Diese Form der Blasenmole gehört zu den gutartigen Tumoren. Sie dringt nicht in anderes Gewebe ein.
  • Invasive Blasenmole: Wenn eine Blasenmole in anderes Gewebe eindringt und sich ausbreitet, gehört sie normalerweise zu den bösartigen Tumoren.

Aber keine Angst, in etwa 80 % der Fälle ist eine Blasenmole gutartig und kann gut behandelt werden. Nur 2 bis 3 Prozent der Blasenmolen entwickelt sich zu Krebs, einem sogenannten Chorionkarzinom weiter.

Tipp

Wenn du das Wort Tumor hörst, beginnen bei dir wahrscheinlich alle Alarmglocken zu läuten. Aber keine Angst, wenn bei dir eine Blasenmole diagnostiziert wurde, heißt das nicht, dass du Krebs hast. Denn als Tumor werden alle Geschwüre bezeichnet, die durch unkontrollierte Wucherungen von Zellen entstanden sind. Die meisten können gut behandelt werden.

Blasenmole Symptome

Wenn sich eine Blasenmole in deiner Gebärmutter entwickelt, hast du nicht nur einen positiven Schwangerschaftstest, du fühlst dich auch schwanger. Denn wie Windeier verursacht eine Blasenmole die üblichen Schwangerschaftsanzeichen. Und auch dein Bauch wächst, da sich das Gewebe in der Gebärmutter ausbreitet. In der Regel wächst dein Bauch aber schneller als ein Babybauch es tun würde.

Außerdem wird eine Blasenmole meistens von Blutungen begleitet. Denn, wenn Teile der Mole zerfallen und sich ablösen, werden sie durch die Scheide ausgestoßen. Oft kannst du dann Weintrauben-ähnliche Kügelchen im Ausfluss entdecken. Wenn du solche Kügelchen im Ausfluss bemerkst, solltest du auf jeden Fall deinen Frauenarzt kontaktieren. Denn dann kann eine Blasenmole frühzeitig erkannt und entfernt werden.

Komplikationen von Blasenmolen

Leider können unerkannte Blasenmolen zu schweren Komplikationen führen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Infektion der Gebärmutter
  • Blutvergiftung
  • Präeklampsie
  • Kreislaufschock

Diagnose einer Blasenmole

In der Regel wird eine Blasenmole bald nach ihrer Entstehung entdeckt. Denn spätestens beim ersten Ultraschall kann dein Frauenarzt die Mole erkennen. Es gibt aber auch andere Wege, um eine Blasenmole zu diagnostizieren:

  • Symptome: Wenn du nach einem positiven Schwangerschaftstest eine Blutung hast und darin Kügelchen entdeckst oder dein Bauch schneller als normal wächst, solltest du deinen Frauenarzt kontaktieren.
  • Bluttests: Wenn sich eine Blasenmole in deiner Gebärmutter entwickelt, ist das Schwangerschaftshormon hCG in deinem Blut stark erhöht. Denn die Mole produziert viel mehr hCG, als in der Frühschwangerschaft normal wäre.
  • Ultraschall: Im Ultraschall kann dein Frauenarzt erkennen, ob sich ein Embryo in der Fruchthöhle entwickelt. Ist die Fruchthöhle leer, handelt es sich wahrscheinlich um ein Windei. Bei einer Blasenmole kann man viele kleine Bläschen sehen, die durch das unkontrollierte Wachstum der Mole entstehen.
  • Biopsie: Nachdem die Blasenmole entfernt oder abgestoßen wurde, wird ein Teil des Gewebes untersucht, um die Diagnose zu bestätigen. Die Ärzte können dann feststellen, ob es sich um einen gutartig oder bösartigen Tumor handelt.

Behandlung einer Blasenmole

Wenn sich bestätigt, dass eine Blasenmole in deiner Gebärmutter wächst, muss die Schwangerschaft beendet werden. Meistens wird die Blasenmole in einer kleinen Operation im Krankenhaus abgesaugt oder ausgeschabt. Die Mole kann entweder unter Vollnarkose oder einer lokalen Betäubung entfernt werden.

Damit der Frauenarzt die Blasenmole entfernen kann, führt er ein Spekulum in deine Scheide ein. Diese spreizt die Scheidenwände und der Arzt kann die Gebärmutter mit einem Saugrohr erreichen. Mit diesem Saugrohr entfernt er das Molengewebe aus der Gebärmutter. Nach dem Eingriff solltest du dich ausruhen und dich schonen. In der Regel kannst du aber noch am selben Tag wieder nach Hause.

Nachdem die Blasenmole entfernt wurde, wird dein Frauenarzt den hCG-Wert im Auge behalten. Denn wenn die Mole vollständig entfernt wurde, sollte sich der hCG-Gehalt im Blut innerhalb der nächsten zehn Wochen normalisieren. Wenn sich der hCG-Wert nicht normalisiert, müssen weitere Untersuchungen gemacht werden. Denn dann kann es sein, dass sich die Mole zu einem Krebs weiterentwickelt hat, der mit einer Chemotherapie behandelt werden muss.

Wie Wahrscheinlich ist die Heilung einer Blasenmole?

Wenn die Blasenmole komplett entfernt wurde, können die meisten Frauen geheilt werden. Wie die Heilungschancen stehen, hängt unter anderem davon ab, ob sich die Blasenmole ausgebreitet hat.

Kann ich nach einer Blasenmole schwanger werden?

Die gute Nachricht: Auch, wenn du eine Blasenmole hattest, kannst du danach wieder schwanger werden. Du hast kein erhöhtes Risiko für eine Fehlgeburt oder für Komplikationen während der Schwangerschaft. Du solltest aber mindestens 6 Monate warten, bevor du wieder versuchst, schwanger zu werden. So haben die Ärzte genug Zeit, um sicherzustellen, dass die Behandlung erfolgreich war.

Nur bei etwa einem Prozent der Frauen, die schon eine Blasenmole hatten, kommt es bei erneuten Schwangerschaften wieder zu einer Blasenmole. Es wird allerdings empfohlen, dass dein Frauenarzt bei folgenden Schwangerschaften frühzeitig eine Ultraschalluntersuchung durchführt.