Kräuter und Gewürze liegen auf einem Tisch. Gewürze in der Schwangerschaft.

Wenn du schwanger bist, solltest du beim Einsatz von Kräutern und Gewürzen vorsichtig sein. Einige Kräuter solltest du in der Schwangerschaft nur in geringen Mengen essen, andere sogar ganz meiden. Aber warum sind einige Kräuter und Gewürze problematisch?

Kräuter und Gewürze in der Schwangerschaft

Viele Kräuter und Gewürze sind für ihre Heilkraft bekannt. Manche können dir sogar gegen Schwangerschaftsbeschwerden helfen. Dazu gehören zum Beispiel Ingwer und Kamille, die gegen Übelkeit helfen. Andere Gewürze wie Kurkuma, sollen entzündungshemmend wirken und den Cholesterinspiegel senken. Warum solltest du also in der Schwangerschaft auf einige Kräuter verzichten?

Pflanzengiftstoffe in Kräutern

In vielen Pflanzen sind Pflanzengiftstoffe, sogenannte Phytotoxine enthalten. Sie schützen die Kräuter vor Schädlingen und anderen natürlichen Feinden. Wenn du die Kräuter isst oder zum Beispiel in einem Tee aufkochst, gelangen diese Giftstoffe in deinen Körper. In kleinen Mengen ist das kein Problem. In einer großen Menge können diese Giftstoffe dich allerdings krank machen.

Das ist besonders in der Schwangerschaft ein Problem. Denn einige Giftstoffe können die Entwicklung deines Babys beeinträchtigen oder sogar zu einer Fehlgeburt führen. Aber keine Angst, bei einer ausgewogenen Ernährung ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass du zu viele Giftstoffe aufnimmst. Variiere die Kräuter oft. So vermeidest du, dass du von einem Gewürz zu viel nutzt.

Toxoplasmose

Kochst du gerne mit frischen Kräutern aus dem Garten? Dann solltest du die Kräuter immer sorgfältig waschen. Denn sie können den Parasiten Toxoplasma gondii enthalten. Diese Parasiten werden zum Beispiel durch Katzenkot in der Erde übertragen und können Toxoplasmose auslösen.

Für dich ist eine Ansteckung mit Toxoplasmose in der Regel harmlos. Die meisten Menschen merken es meistens gar nicht, wenn sie sich angesteckt haben. Eine Infektion in der Schwangerschaft kann die Entwicklung deines Babys jedoch ernsthaft beeinträchtigen.

Kräutertee in der Schwangerschaft

Die meisten Kräutertees kannst du allerdings problemlos trinken. In ihnen ist kein Koffein enthalten. Du kannst deinen heißen Pfefferminztee also auch in der Schwangerschaft problemlos trinken. Manche Tees enthalten jedoch Kräuter, die du in der Schwangerschaft nur in Maßen trinken solltest. Trinke hiervon nicht mehr als eine Tasse Tee pro Tag. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Ingwertee
  • Fencheltee
  • Anistee
  • Süßholztee

Kräuter in Präparaten

In Apotheken und Drogeriegeschäften kann man verschiedene Kräuterpräparate kaufen. Sie enthalten eine hohe Dosierung bestimmter Kräuter und helfen zum Beispiel gegen Übelkeit, bei Erkältung oder wirken entzündungshemmend. In der Schwangerschaft solltest du solche Präparate nicht ohne die Absprache mit deinem Frauenarzt nehmen und im Zweifel lieber darauf verzichten. Denn die Kräuter darin sind hoch dosiert. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass du zu viele Giftstoffe aufnimmst.

Kräuter und Gewürze, die Wehen fördern

Manchen Kräutern wird nachgesagt, dass sie die Gebärmutter stimulieren und Wehen fördern. Dazu gehören zum Beispiel Fenchel, Anis oder Himbeerblättertee. Ob diese Kräuter wirklich wehenfördernd sind, ist umstritten. Die meisten Frauen entscheiden sich dennoch dazu, diese Kräuter in der Schwangerschaft zu meiden, um eine Frühgeburt zu verhindern. Wenn du Zweifel hast, welche Kräuter und Gewürze Wehen auslösen können, wende dich bitte an deinen Frauenarzt oder deine Hebamme.

Welche Kräuter und Gewürze solltest du in der Schwangerschaft meiden?

Manche Kräuter und Gewürze solltest du in der Schwangerschaft meiden, weil sie einen direkten Einfluss auf deine Schwangerschaft haben können. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Aloe Vera: Besonders als Saft oder Tinktur solltest du Aloe Vera in der Schwangerschaft meiden. Denn in hohen Dosen kann Aloe Vera nicht nur abführend wirken. Aloe Vera regt außerdem die Durchblutung im Unterleib an und kann in hohen Dosen Wehen auslösen. In Cremes und Pflegeprodukten kannst du Aloe Vera aber weiter problemlos gegen Schwangerschaftsstreifen nutzen.
  • Basilikum-Öl: In kleinen Mengen ist Basilikum in der Schwangerschaft kein Problem. Basilikum-Öl, solltest du in der Schwangerschaft allerdings meiden. Denn in großen Mengen kann Basilikum Wehen auslösen.
  • Beifuß: Beifuß wurde früher gegen Periodenschmerzen eingesetzt und stimuliert die Gebärmutter. In hohen Dosen kann Beifuß zu einer Fehlgeburt führen.
  • Beinwell: Beinwell ist eine traditionelle Heilpflanze und hilft gegen Muskel- und Gelenkschmerzen. In der Schwangerschaft und in der Stillzeit solltest du auf Beinwell allerdings verzichten. Denn in hohen Dosen kann Beinwell die Leber schädigen.
  • Engelwurz: Engelwurz, auch bekannt als Angelikawurzel kann in hohen Dosen eine Fehlgeburt auslösen.
  • Frauenmantel: Du hast einen Kinderwunsch? Dann kann dir Frauenmantel dabei helfen, schwanger zu werden. In der Schwangerschaft solltest du Frauenmantel jedoch meiden. Denn er regt die Durchblutung an und kann frühzeitige Wehen auslösen.
  • Mutterkraut: Das Mutterkraut sieht der Kamille sehr ähnlich. Während der Geburt fördert sie Wehen. Sie hilft aber auch in der Nachgeburtsphase, dass die Plazenta geboren wird. In der Schwangerschaft solltest du auf das Mutterkraut jedoch verzichten. Denn besonders im ersten Trimester kann es zu einer Fehlgeburt führen.
  • Salbei: In großen Mengen kann Salbei Frühwehen auslösen. Und auch im dritten Trimester kurz vor deinem errechneten Geburtstermin und wenn du stillst, solltest du auf Salbei verzichten. Denn Salbei hemmt die Muttermilchproduktion.
  • Wermut: Bei Schwangeren kann Wermut eine Fehlgeburt verursachen. Auch in der Stillzeit solltest du auf Wermut verzichten. Denn in Wermut ist das Nervengift Thujon enthalten.

Welche Kräuter darf ich essen und welche nicht?

Fällt es dir schwer, den Überblick zu behalten, was du essen darfst und was nicht? Kein Problem! Drucke unsere Übersicht einfach aus und hänge sie dir an den Kühlschrank. So kannst du während du kochst jederzeit einen kurzen Blick darauf werfen.

Doch was Falsches gegessen?

Hast du aus Versehen doch etwas Falsches gegessen? Das ist in der Regel kein Problem. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass deinem Baby dadurch etwas passiert ist sehr gering. Wenn du dir nicht sicher bist, kannst du dich an deine Hebamme oder deinen Frauenarzt wenden. Sie kennen sich aus und können dich beraten.