Lusttropfen: Pärchen küsst sich im Bett.

Der Lusttropfen tritt bereits vor dem Samenerguss aus dem Penis aus und kann in seltenen Fällen zur Schwangerschaft führen. Aber wie wahrscheinlich ist es, dass du vom Lusttropfen schwanger wirst? Wir verraten dir, was du über den Lusttropfen wissen musst.

Was ist der Lusttropfen?

Der Lusttropfen ist eine klare zähe Flüssigkeit. Sie tritt bei sexueller Erregung bereits vor dem Samenerguss aus dem Penis aus. Daher wird der Lusttropfen auch Präejakulat genannt. Übersetzt heißt das so viel wie vor dem Sperma.

Weitere Namen für die Flüssigkeit, die auf die sexuelle Erregung anspielen, sind Liebestropfen und Sehnsuchtstropfen.

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Wo entsteht der Lusttropfen?

Der Lusttropfen wird in der Bulbourethraldrüse produziert. Diese Drüse wird nach ihrem Entdecker auch Cowpersche Drüse oder Cowper-Drüse genannt. Es hat also nichts mit dem Sperma zu tun, dass bei der Ejakulation ausgestoßen wird. Denn Sperma wird in den Hoden gebildet und in den Nebenhoden bis zum Samenerguss gespeichert.

Die Bulbourethraldrüse ist etwa so groß wie eine Erbse und liegt im Becken des Mannes. Sie ist über einen Gang mit der Harnröhre verbunden. Bei sexueller Erregung gelangt der Lusttropfen in die Harnröhre und von dort zur Spitze des Penis.

Warum gibt es den Lusttropfen?

Der Lusttropfen ist für die Fortpflanzung sehr wichtig. Er bereitet die Harnröhre auf den Samenerguss vor. Die Harnröhre hat ein saures Milieu. Das bedeutet, dass der pH-Wert unter 7 liegt.

Die Spermien können in einer sauren Umgebung nicht lange überleben. Der Lusttropfen ist basisch und neutralisiert daher das saure Milieu der Harnröhre. So können die Spermien ihre Reise durch die Harnröhre unbeschadet überstehen.

Zudem wirkt das Präejakulat als natürliches Gleitmittel. Es kann das saure Milieu der Vagina teilweise neutralisieren, um die Überlebensfähigkeit der Spermien zu verbessern.

Sind im Lusttropfen Spermien enthalten?

Der Lusttropfen enthält normalerweise keine Spermien, da er nicht in den Hoden, sondern in der Cowper-Drüse produziert wird.

Trotzdem kann es vorkommen, dass wenige Spermien im Lusttropfen vorhanden sind. Das kann folgende Gründe haben:

  • Bereits stattgefundene Ejakulation: Wenn der Mann einige Zeit vorher schon einen Samenerguss hatte, kann es sein, dass sich noch Spermien in der Harnröhre befinden. Diese Spermien können dann mit dem Lusttropfen aus dem Penis austreten.
  • Ejakulat vor dem Samenerguss: Es kann außerdem sein, dass die Hoden schon bei der Erregung ein wenig Sperma abgeben. Diese Spermienflüssigkeit wird dann in der Harnröhre vom Lusttropfen weitertransportiert.

Wissenschaftler untersuchten 2010, ob sich befruchtungsfähige Spermien im Lusttropfen befinden, wenn vorher keine Ejakulation stattgefunden hat. Bei etwa einem Drittel der Männer, enthielt der Lusttropfen ein paar Spermien. Aber natürlich ist das von Fall zu Fall unterschiedlich.

Kann man durch den Lusttropfen schwanger werden?

Es ist sehr unwahrscheinlich, durch den Lusttropfen schwanger zu werden. Die Spermien müssen schließlich nicht nur in die Vagina gelangen, sondern auch ihren Weg zur Eizelle finden.

Dafür ist besonders wichtig, wie schnell die Spermien sind. Es kann sein, dass der Lusttropfen ein paar schnelle Samenzelle enthält, die Wahrscheinlichkeit ist aber deutlich geringer als bei der hohen Spermienanzahl im Samenerguss.

Es ist zwar sehr unwahrscheinlich, grundsätzlich ist es aber möglich, durch den Lusttropfen schwanger zu werden. Wenn du nicht schwanger werden willst, solltest du daher nicht den sogenannten Coitus interruptus als Verhütungsmethode verwenden. Es reicht nicht aus, wenn dein Partner den Penis vor dem Samenerguss aus der Vagina zieht.