Frau bespricht die Behandlung mit Clomifen mit ihrer Frauenärztin.

Clomifen ist ein Wirkstoff, der dabei helfen kann, wenn du einen unregelmäßigen oder gar keinen Eisprung hast. Deshalb wird Clomifen oft von Frauenärzten verschrieben, wenn der Kinderwunsch unerfüllt bleibt. Doch was ist das für ein Medikament und wie wirkt es?

Wann wird Clomifen eingesetzt?

Clomifen wird eingesetzt, wenn Frauen mit Kinderwunsch einen unregelmäßigen oder gar keinen Eisprung haben. In diesem Fall ist es nur schwer oder gar nicht möglich, schwanger zu werden. Auch bei einer Gelbkörperschwäche wird Clomifen oft verschrieben. Die Ursache für eine Gelbkörperschwäche kann beispielsweise PCOS sein.

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Die Anwendung von Clomifen ist kostengünstig und unkompliziert. Denn den Wirkstoff kannst du als Tablette einnehmen. Zudem greift die Behandlung mit Clomifen im Vergleich zu anderen Kinderwunschbehandlungen nicht so stark in deinen Hormonhaushalt und den Menstruationszyklus ein. Darum wird bei ausbleibender Schwangerschaft oft zuerst ein Versuch mit Clomifen unternommen.

Was ist Clomifen und wie wirkt es?

Clomifen wird bereits seit den 1960er-Jahren eingesetzt. Das Medikament wirkt im Körper antiöstrogen. Das bedeutet, dass Clomifen deinem Körper das Signal gibt, dass zu wenig Östrogen vorhanden ist.

Darauf reagiert dein Körper, indem er mehr von den Hormonen LH und FSH ausschüttet. Diese Hormone sind wichtig für die Funktion der Eierstöcke. Sie beeinflussen die Reifung des Follikels, also des Eibläschens, und führen zum Eisprung.

Clomifen wird meist eingesetzt, um auf natürlichem Wege durch Sex schwanger zu werden. Es kann aber auch genutzt werden, um den Körper optimal auf eine Insemination vorzubereiten.

Einnahme und Dosierung von Clomifen

Clomifen wird üblicherweise an 3 bis 5 aufeinanderfolgenden Tagen in einem Zyklus genommen. Du beginnst damit zwischen dem 2. und dem 5. Zyklustag. Wie lange du das Medikament nehmen und wann du damit genau beginnen sollst, entscheidet dein Frauenarzt.

Im ersten Zyklus mit Clomifen verschreibt dein Frauenarzt dir meist Tabletten mit einer Dosierung von 50 Milligramm. Wenn diese Dosis nicht ausreicht, wird die Menge in der Regel ab dem zweiten Zyklus auf 100 Milligramm pro Tag verdoppelt.

Eisprung auslösen in einem Zyklus mit Clomifen

Wenn du Clomifen nimmst, kann der Eisprung künstlich mit hCG ausgelöst werden. Das hat den Vorteil, dass du genau weißt, wann der Eisprung stattfindet und du Sex haben solltest.

Wenn du um die Mitte deines Zyklus sowieso alle zwei Tage Sex hast, hat das Auslösen des Eisprungs aber keinen Vorteil. In diesem Fall ist die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, bei einem natürlichen Eisprung gleich hoch.

Tipp

Du willst wissen, wann dein Eisprung stattfindet? Dann nutze Ovulationstest oder berechne deinen Eisprung mit unserem Eisprung-Tool.

Schwangerschaftswahrscheinlichkeit mit Clomifen

Clomifen kann in sechs Zyklen verwendet werden. 60 % der behandelten Frauen werden innerhalb dieser Zeit schwanger. 25 % der Frauen haben trotz der Einnahme von Clomifen keinen Eisprung. Man spricht in diesem Fall von einer Clomifenresistenz. Bei ihnen hilft das Medikament leider nicht bei der Erfüllung ihres Kinderwunsches.

Bei einer Clomifenresistenz oder wenn du trotz Eisprung nicht innerhalb von 6 Zyklen mit Clomifen schwanger wirst, wird dich dein Arzt an eine Kinderwunschklinik überweisen. Denn dann kommen andere Methoden wie die IVF oder die ICSI infrage.

Mehrlingsschwangerschaften durch Clomifen

Clomifen steigert die Wahrscheinlichkeit von Mehrlingsschwangerschaften. Denn wenn du Clomifen einnimmst, reifen oft mehrere Eibläschen heran. Dein Frauenarzt wird dich deswegen regelmäßig zum Ultraschall einbestellen, um die Entwicklung und die Anzahl der Eibläschen zu kontrollieren. Der erste Ultraschall findet meist am 10. Zyklustag statt.

Wenn zu viele Eibläschen heranreifen, rät dir dein Arzt, in diesem Zyklus keinen Sex ohne Verhütung zu haben, damit es nicht zu einer Schwangerschaft mit mehreren Babys kommt. Denn bei Mehrlingsschwangerschaften gibt es ein höheres Risiko für Fehl– und Frühgeburten.

Reifen zwei befruchtungsfähigen Follikel heran, kannst du dein Glück probieren. Die Wahrscheinlichkeit von Zwillingen, liegt bei der Einnahme von Clomifen nur bei etwa 10 %.

Nebenwirkungen von Clomifen

Wenn du Clomifen nimmst, kannst du verschiedene Nebenwirkungen erleben. Dazu gehören:

  • Übelkeit
  • Sehstörungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Kopfschmerzen
  • Hitzewallungen

Zudem kann Clomifen einen negativen Einfluss auf den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut haben. Dadurch sinkt die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit. Deswegen kontrolliert dein Arzt beim regelmäßigen Ultraschall auch die Höhe und Struktur der Gebärmutterschleimhaut.

Erschwerend kommt hinzu, dass Clomifen eine Halbwertszeit von 21 Tagen im Körper hat. Das bedeutet, dass die Hälfte des Wirkstoffs erst nach drei Wochen abgebaut ist. Dadurch erhöht sich die Menge von Clomifen im Körper bei mehrfacher Einnahme. Aus diesem Grund treten die Nebenwirkungen manchmal erst nach zwei oder drei Zyklen auf.

Des Weiteren erhöht sich das Risiko einer Fehlgeburt auf 20 %, wenn du mithilfe von Clomifen. Es gibt auch Hinweise darauf, dass die Einnahme von Clomifen eine spätere Erkrankung an Eierstockkrebs begünstigen kann. Daher ist es wichtig, dass man das Medikament wirklich nur maximal 6 Zyklen nimmt.

Kosten einer Behandlung mit Clomifen

Im Vergleich zu anderen Kinderwunschbehandlungen ist die Clomifen-Einnahme sehr kostengünstig. Für zehn Tabletten bezahlst du in der Apotheke zwischen 20 und 40 Euro. Zehn Tabletten reichen in der Regel für zwei Zyklen.

Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen mindestens die Hälfte der Kosten für drei Versuche. Da manche Kassen auch noch mehr bezahlen, solltest du dich direkt an deine Versicherung wenden, um zu erfahren, wie viel du zuzahlen musst.