Lesbisches Paar genießt die Zeit mir ihren Adoptivkindern.

Die Adoption ist ein komplexes Thema, bei dem immer das Wohl des Kindes im Vordergrund steht. Die Gründe für eine Adoption sind dabei so vielseitig wie die Adoptiveltern selbst. Aber wie funktioniert die Adoption und welche Optionen gibt es? Wir verraten es dir.

Welche Formen der Adoption gibt es?

Wenn du dich dafür entschieden hast, ein Kind zu adoptieren, gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Welche Art der Adoption für dich und deinen Partner infrage kommt, wird im Einzelfall entschieden. Wir haben für dich die gängigsten Formen zusammengefasst.

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Fremdadoption

Eine Fremdadoption ist in der Regel immer eine Volladoption. Das heißt, dass die Herkunftsfamilie des Adoptivkindes alle Rechte und Pflichten als Eltern abgeben. Die Adoptiveltern werden auch vor dem Gesetz die Eltern des Kindes. Auf dem Papier ist das Kind rechtlich nicht mehr mit den leiblichen Eltern verwandt.

Stiefkindadoption

Bei einer Stiefkindadoption adoptierst du das leibliche Kind deines Partners oder deiner Partnerin. Für eine Stiefkindadoption muss das Paar verheiratet, in einer Lebenspartnerschaft oder mindestens vier Jahre zusammen wohnen oder ein gemeinsames Kind haben.

Verwandtenadoption

Bei einer Verwandtenadoption kannst du zum Beispiel deine Nichte, Neffe oder Enkelkind adoptieren. Das heißt, dass die leiblichen Eltern des Kindes rechtlich nicht mehr mit dem Kind verwandt sind. Das Familienverhältnis zum Rest der Familie bleibt aber bestehen.

Pflegekindadoption

In Deutschland besteht die Möglichkeit, dass Pflegeeltern ihre Pflegekinder adoptieren. Das kommt allerdings nicht oft vor. Stattdessen leben Pflegekinder oft in Dauerpflegeverhältnissen.

Sukzessivadoption

Eine Sukzessivadoption bietet dir die Möglichkeit ein Kind anzunehmen, dass dein Partner oder deine Partnerin schon vor der Ehe adoptiert hat. Denn bei nicht verheirateten Paaren kann nur einer der beiden Partner das Kind adoptieren.

Wusstest du, dass...?

Die Stiefkindadoption ist die häufigste Adoptionsform

Bei einer Stiefkindadoption adopiterst du das Kind deines Partners. Mit dieser Adoptionsform können zum Beispiel gleichgeschlechtliche Paare Eltern werden.

Wer vermittelt Adoptionen in Deutschland?

In Deutschland dürfen Adoptionen nur von bestimmten Stellen vermittelt werden. Ihre Aufgabe ist es, die passenden Eltern für ein Kind zu finden. Dazu gehören das Jugendamt und Adoptionsstellen von kirchlichen und nichtkirchlichen Trägern.

Adoptieren, welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?

Wenn du ein Kind adoptieren möchtest, musst du zunächst einige rechtliche Kriterien erfüllen. Du musst beispielsweise nach deutschem Recht unbeschränkt geschäftsfähig und mindestens 25 Jahre alt sein. Wenn du verheiratet bist, muss der ältere Ehepartner älter als 25 Jahre alt, der jüngere Ehepartner älter als 21 Jahre alt sein. Ein Höchstalter für Adoptiveltern gibt es allerdings nicht.

Wenn du überlegst ein Kind zu adoptieren, musst du aber nicht nur rechtlich Kriterien erfüllen. Es wird auch geprüft, ob ihr als Adoptiveltern in Frage kommt. Während des Eignungsprozesses wird ein Mitarbeiter deshalb mit dir und deinem Partner ins Gespräch gehen, um euch besser kennenzulernen. Dieser Prozess kann einige Monate dauern.

Während des Eignungsprozesses achten die Mitarbeiter der Adoptionsvermittlungsstelle auf die folgenden Kriterien:

  • Persönlichkeit: Dazu gehört zum Beispiel deine Motivation für die Adoption, deine Toleranzbereitschaft und ob du dich auf ein Adoptivkind einlassen kannst.
  • Stabilität in der Partnerschaft: Für Kinder ist es wichtig, in stabilen Verhältnissen aufwachsen. Es ist deshalb auch ausschlaggebend, ob du ein stabiles Umfeld hast und wie du mit Konflikten umgehst.
  • Umgang mit der Adoption: Dabei spielt zum Beispiel eine Rolle, ob du offen mit der Adoption umgehen möchtest.
  • Gesundheit: Um für ein Kind zu sorgen, solltest du körperlich und geistig gesund sein.
  • Erziehung: Bevor du ein Kind adoptierst, solltest du dich mit deinen Erziehungsvorstellungen auseinandersetzen. Was ist dir in der Erziehung wichtig?
  • Wohnverhältnisse: Die Adoptionsstelle wird auch überprüfen, ob deine Wohnverhältnisse für ein Kind geeignet sind. Ein Kind sollte zum Beispiel genügend Platz haben, um sich auszuleben.
  • Wirtschaftliche Verhältnisse: Natürlich ist es auch wichtig, ob du dir ein Kind finanziell leisten kannst.

Wusstest du, dass...?

Du auch als alleinstehende Person ein Kind adoptieren kannst?

Allerdings ist das Auswahlverfahren schwieriger, da das Kindeswohl an erster Stelle steht.

Wie läuft eine Adoption ab?

Eine Adoption ist eine Reise, die lange dauern kann. In der Regel musst du die folgenden Schritte durchlaufen:

  1. Du bewirbst dich bei einer Adoptionsvermittlungsstelle.
  2. Es wird überprüft, ob du für eine Adoption geeignet bist.
  3. Du hast die Eignungsprüfung bestanden. Jetzt heißt es vorbereiten und auf einen Kindervorschlag warten.
  4. Nachdem du als passendes Elternteil ausgewählt wurdest, zieht dein Adoptivkind bald bei dir ein.
  5. Während der Adoptionspflegezeit könnt ihr eure Eltern-Kind-Beziehung aufbauen.
  6. Wenn alles gut verläuft und ihr euch gut versteht, bestätigt das Familiengericht die Adoption.

Wie lange dauert es ein Kind zu adoptieren?

Die Eignungsprüfung dauert im Schnitt neun Monate. Wie lange es dauert, bis du ein Adoptivkind in deiner Familie willkommen heißen kannst, ist aber ganz unterschiedlich. Die Wartezeit kann zwischen ein paar Wochen und mehreren Jahren schwanken.

Wenn du dich für ein Kind entschieden hast, wird das Kind erst einmal ein Jahr lang in sogenannter Adoptionspflege bei dir wohnen. In dieser Zeit wird normalerweise der Antrag auf Adoption beim Familiengericht gestellt. Wenn ihr eine Eltern-Kind-Beziehung aufgebaut habt, wird das Familiengericht die Adoption offiziell bestätigen.

Wie viel kostet eine Adoption?

Wie viel eine Adoption genau kostet, ist ganz unterschiedlich. Grundsätzlich solltest du bei einer Adoption in Deutschland mit Kosten zwischen 100 und 300 Euro rechnen. Wenn du ein Kind aus dem Ausland adoptieren möchtest, fallen die Kosten deutlich höher aus. Denn dann fallen auch Kosten für den Flug, sowie Verwaltungs- und eventuelle Gerichtskosten an. Du solltest deshalb mit Kosten zwischen 15.000 € und 20.000 € rechnen.