Frau mit Amenorrhoe liegt auf dem Sofa.

Amenorrhoe ist der Fachbegriff für das Ausbleiben der Periode. Eine Amenorrhoe kann besonders belastend sein, wenn du einen Kinderwunsch hast. Denn ohne Periode hast du auch keinen Eisprung. In diesem Artikel erfährst du, welche Gründe es für die Amenorrhoe gibt und wie sie behandelt wird.

Was ist Amenorrhoe?

Wenn die Regelblutung ausbleibt, heißt das in der Fachsprache Amenorrhoe. Sie ist ein Zeichen dafür, dass das komplexe Zusammenspiel der Hormone in deinem Körper gestört ist. Ärzte unterscheiden zwischen primärer und sekundärer Amenorrhoe.

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Primäre Amenorrhoe

Primäre Amenorrhoe bedeutet, dass die Periode im Jugendalter gar nicht erst einsetzt. Gründe dafür können Chromosomenanomalien, Intersexualität, hormonelle Störungen oder Autoimmunkrankheiten sein.

Sekundäre Amenorrhoe

Wesentlich häufiger ist aber die sekundäre Amenorrhoe. Sie wird diagnostiziert, wenn deine Periode länger als drei Monate ausbleibt, du davor aber schon eine Regelblutung hattest. Bei einer Schwangerschaft und in der Stillzeit ist das Ausbleiben der Periode normal. Wenn du aber weder schwanger bist, noch gerade schwanger warst und vielleicht sogar einen Kinderwunsch hast, fragst du dich bestimmt, warum die Regelblutung ausbleibt.

Gründe für die sekundäre Amenorrhoe

Dein natürlicher Zyklus wird von einem Zusammenspiel verschiedener Hormone gesteuert. Wenn diese Hormone aus dem Gleichgewicht geraten, kann es sein, dass deine Periode ausbleibt. Es gibt viele verschiedene Gründe, warum dieses Gleichgewicht gestört sein kann:

  • Starkes Übergewicht
  • Untergewicht beziehungsweise eine starke Gewichtsabnahme
  • Hohe körperliche Belastung, beispielsweise durch Leistungssport
  • Starke seelische Belastungen
  • Starker Stress
  • Einnahme von bestimmten Medikamenten

Amenorrhoe kann aber auch die Folge von langandauernden Hormonstörungen sein. Es könnte beispielsweise sein, dass dein Körper zu viel Testosteron oder zu wenige weibliche Geschlechtshormone bildet. Die folgenden Erkrankungen, können Hormonstörungen auslösen:

  • PCOS
  • Autoimmunerkrankungen, beispielsweise Hashimoto-Thyreoiditis
  • Erkrankungen der Hirnanhangsdrüse
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane
  • Tumore

Amenorrhoe bei PCOS

Amenorrhoe kommt oft im Zusammenhang mit dem sogenannten Polycystischen Ovarialsyndrom vor. Etwa 5 % bis 10 % der Frauen sind davon betroffen. Es handelt sich also um eine sehr häufige Erkrankung.

PCOS verursacht ein hormonelles Ungleichgewicht und beeinflusst deinen Menstruationszyklus. Der Zyklus wird sehr lang, sodass die Regelblutungen nur alle 6 bis 12 Wochen stattfinden. Es kann aber auch zu einer Amenorrhoe, also dem vollständigen Ausbleiben der Periode, kommen.

Amenorrhoe bei Schilddrüsenfunktionsstörungen

Bei einer Autoimmunkrankheit greift das eigene Immunsystem den Körper an. Morbus Basedow ist eine Autoimmunkrankheit, die zu einer Überfunktion der Schilddrüse führt. Das bedeutet, dass im Körper zu viele Schilddrüsenhormone ausgeschüttet werden.

Bei Hashimoto-Thyreoiditis zerstört das Immunsystem Schilddrüsengewebe, was nach einer Zeit zu einer Schilddrüsenunterfunktion führt. Sowohl bei einer Schilddrüsenüberfunktion als auch bei einer Schilddrüsenunterfunktion kann es zu Zyklusstörungen oder einer Amenorrhoe kommen.

Wenn du häufiger unter Zyklusstörungen leidest oder deine Regel ganz ausbleibst, solltest du auf jeden Fall die Funktion deiner Schilddrüse überprüfen lassen. Schilddrüsenfunktionsstörungen sind auch bei jüngeren Frauen keine Seltenheit. Sie führen häufig zu Unfruchtbarkeit und Fehlgeburten. Bei einem unerfüllten Kinderwunsch ist es also auf jeden Fall sinnvoll, auch an die Schilddrüse zu denken.

Behandlung der Amenorrhoe

Die Behandlung der Amenorrhoe richtet sich nach der Ursache. Dein Arzt muss also zunächst herausfinden, warum deine Periode ausbleibt.

PCOS kann mit bestimmten Medikamenten behandelt werden. Beispielsweise kann Metformin hilfreich sein. Wenn du zudem einen Kinderwunsch hast, kann dir dein Arzt beispielsweise Clomifen verschreiben, um den Eisprung zu fördern.

Bei Autoimmunkrankheiten, beispielsweise bei der Hashimoto-Thyreoiditis, sollte die Erkrankung durch Medikamente gut eingestellt sein. Dann verschwinden normalerweise auch die Zyklusstörungen wieder.

Zyklusstörungen ohne Medikamente behandeln

Neben Medikamenten solltest du auch versuchen, deinen Lebensstil anzupassen, da das hormonelle Gleichgewicht auch vom körperlichen Gesamtzustand beeinflusst wird. Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung sind daher sehr wichtig.

Wenn du über- oder untergewichtig bist, solltest du deshalb versuchen ein Normalgewicht zu erreichen. Wenn du unter Essstörungen leidest, solltest du dir Hilfe suchen. Dann ist eine Therapie sinnvoll, um deine Essstörung langfristig in den Griff zu bekommen. Eine Therapie ist auch sinnvoll, wenn du unter anhaltenden seelischen Belastungen leidest.

Bei hohen körperlichen Belastungen und Stress solltest du darauf achten, dir immer wieder Ruhephasen zu gönnen. Du solltest deinem Körper die Chance geben, sich zu erholen.

Amenorrhoe und Kinderwunsch

Wenn die Periode ausbleibt, ist das ein Zeichen dafür, dass du keinen Eisprung hattest. Daher kannst du dann auch nicht schwanger werden. Wenn du Amenorrhoe und einen Kinderwunsch hast, solltest du mit deinem Arzt also auf Spurensuche nach der Ursache gehen.

Manchmal werden Frauen auch nach einer längeren Phase der Amenorrhoe spontan schwanger, ohne dass sie vorher einmal ihre Periode hatten. Das liegt daran, dass die Eizelle das erste Mal wieder im normal stattfindenden Zyklus befruchtet wurde und sich eingenistet hat.