Schwangere Frau wartet darauf, dass sie Anzeichen für die Geburt feststellt

Fast neun Monate lang hast du alle Schwangerschaftsbeschwerden auf dich genommen, mit Wassereinlagerungen gekämpft und einen kleinen Menschen in deinem Bauch mit dir rumgetragen. Alles, um bald eine kleine Version von dir im Arm halten zu können. Aber an welchen Anzeichen erkennst du, dass die Geburt bald losgeht?

Anzeichen, dass du kurz vor der Geburt stehst

Ab der 37. Woche ist dein Baby bereit für das Leben außerhalb des Mutterleibs. Bis zum ausgerechneten Termin sind es noch 3 Wochen. Aber manchmal kann es nach dem errechnetem Geburtstermin noch einige Tage dauern, bis dein Baby auf die Welt kommt.

Teilweise geht es schneller und dein Baby entscheidet sich dazu, schon vor Ende der Schwangerschaft Bekanntschaft mit dir machen zu wollen. Um besser einzuschätzen, ob die Entbindung deines Babys bevorsteht, haben wir dir eine kleine Übersicht der Geburtsanzeichen erstellt.

1. Dein Baby liegt in Geburtsposition

In den Tagen oder Wochen vor der Geburt hat sich dein Baby idealerweise bereits in Geburtsposition gedreht. Es liegt nun mit dem Kopf nach unten in deinem Becken. Der Vorteil davon ist, dass du nun endlich wieder freier atmen kannst. Aber da dein Baby immer tiefer in dein Becken sinkt, nimmt der Druck auf deine Blase zu. Wahrscheinlich wirst du nun noch häufiger auf die Toilette müssen.

2. Mehr Krämpfe und Rückenschmerzen

Dein Körper bereitet sich bereits eine Zeit lang auf die Geburt vor. In den Tagen vor der Geburt wirst du vermehrt Krämpfe und Schmerzen in der Leisten- und Rückengegend spüren. Deine Muskeln und Gelenke verschieben und dehnen sich. Der Schmerz ist nicht schön, hat aber auch etwas Gutes. Dein Baby macht sich bald auf den Weg zu dir.

3. Deine Bänder lockern sich

Es ist offensichtlich, dass sich dein Körper während der Schwangerschaft verändert. Aber nicht nur dein Bauch wächst, sondern auch die Bänder in deinem Becken. Sie halten deine Gebärmutter an Ort und Stelle.

In den Wochen vor der Entbindung bewirkt das Hormon Relaxin, dass sich diese Bänder lockern und sich die Gelenke im Beckenbereich entspannen. Dadurch kann sich dein Becken auf natürliche Weise weiten und dein Baby leichter auf die Welt kommen.

4. Durchfall

Hormonelle Veränderungen beeinflussen auch die Funktionsweise deines Darms. Oft passiert es, dass du kurz vor der Entbindung Durchfall bekommst. Ein unangenehmes Symptom dafür, dass du kurz vor der Entbindung stehst. Aber sieh es positiv. Dadurch, dass sich dein Darm schnell entleert, kann dein Baby besser den Weg nach draußen zu finden.

Du solltest dir auch keine Gedanken darüber machen, dass du womöglich während der Wehen Stuhl verlierst. Das ist natürlich und passiert öfter, als du denkst. Wahrscheinlich wirst du es noch nicht einmal bemerken, denn während der Entbindung wirst du andere Dinge im Kopf haben.

5. Keine zusätzlichen Schwangerschaftspfunde mehr

Vielleicht eines der besten Vorzeichen für die Geburt: Du nimmst nicht mehr zu oder sogar ab. Endlich ist es vorbei mit den monatelang angesammelten Schwangerschaftspfunden!

6. Übermüdung oder Nestbautrieb

Mit dem großen Bauch im neunten Monat scheint es fast unmöglich nachts eine gute Position zum bequemen Schlafen zu finden. Und wenn man sie endlich gefunden hat, muss man wieder auf die Toilette.

Da ist es kein Wunder, dass du in der Endphase der Schwangerschaft übermüdet bist. Stütze deinen Bauch mit einem Still- oder normalen Kissen ab. Das kann dir dabei helfen, besser zu schlafen.

Du kannst auch, anstatt dauermüde zu sein, nur so vor Energie strotzen. Deine Kliniktasche ist schon lange gepackt. Du möchtest alles für die Ankunft deines Babys perfekt vorbereiten. Das nennt man Nestbauphase. Auch dies ist ein typisches Anzeichen dafür, dass es nicht mehr lange bis zur Entbindung dauert.

7. Öffnung des Muttermundes

Der Muttermund ist das untere Ende des Gebärmutterhalses. Normalerweise ist das Gewebe deines Gebärmutterhalses sehr hart. Kurz vor der Entbindung wird es jedoch weicher und dehnbarer. Je weicher das Gewebe wird, desto weiter kann dein Baby in die richtige Position rutschen.

Bei einer Kontrolluntersuchung kann dein Frauenarzt ertasten, ob dein Muttermund bereits geöffnet oder noch fest verschlossen ist. Mache dir keine Sorgen, wenn dein Muttermund noch fest verschlossen ist. Dieser Vorgang ist individuell verschieden und kann schneller oder langsamer verlaufen.

8. Abgang des Schleimpfropfs

Dein Muttermund ist in deiner Schwangerschaft durch einen Schleimpfropf verschlossen. Dieser schützt dein Baby vor Keimen und Infektionen. Je näher die Geburt deines Babys rückt, desto kürzer wird dein Gebärmutterhals und desto weicher wird dein Muttermund.

Dadurch löst sich meistens der Schleimpfropf. Mache dir keine Sorgen um dein Baby. Es ist weiterhin gut durch die Membranen der Fruchtblase geschützt.

Der Abgang des Schleimpfropfs ist eines der ersten Anzeichen, dass die Geburt deines Babys bald losgeht. Es kann trotzdem sein, dass es vom Abgang des Schleimpfropfs bis zur Geburt noch einige Tage dauert. Und nicht immer bemerkt man den Abgang des Schleimpfropfens da er unterschiedlich aussehen kann.

9. Aus deinen Brustwarzen kommt Vormilch

Schon vor der Geburt bereiten sich deine Brüste auf die Ankunft deines Babys vor. Sie produzieren zusätzliches Drüsengewebe, weshalb sie in der Schwangerschaft größer sind als gewohnt.

Normalerweise beginnen deine Brüste in den letzten Wochen vor der Geburt mit der Produktion von Kolostrum. Dies ist die erste Muttermilch, die dein neugeborenes Baby nach der Geburt erhält. Wenn du etwas gelbliche Milch aus deinen Brustwarzen tropfen siehst, kann es sein, dass du kurz vor der Entbindung stehst.

Allerdings ist auch das sehr individuell. Manche Mütter produzieren bereits im zweiten Trimester Kolostrum, andere erst nach der Geburt ihres Babys.

10. Übungswehen und Vorwehen

Schon vor der Geburt deines Babys bereitet sich dein Körper mit Übungswehen auf die Entbindung vor. Bei Übungswehen wird dein Bauch hart und du spürst ein leichtes Ziehen. Häufig beginnen die Übungswehen schon im zweiten Trimester.

Gegen Ende deiner Schwangerschaft bekommst du Vorwehen. Vorwehen können schmerzhafter als Übungswehen sein und werden manchmal mit Geburtswehen verwechselt. Vorwehen sind meist unregelmäßig und nehmen nicht an Intensität oder Häufigkeit zu.

Wie erkenne ich den Unterschied zwischen Vorwehen und Geburtswehen?

Um zu testen, ob es sich bei dir um Vorwehen oder bereits Geburtswehen handelt, gibt es einen einfachen Trick:

Lege dich in die warme Badewanne und beobachte die Wehen genau. Wenn der Schmerz stärker wird und regelmäßig auftritt, kann es sich bereits um Geburtswehen handeln. Du solltest deine Hebamme anrufen oder dich auf den Weg ins Krankenhaus machen.

Bitte lege dich nicht in die Badewanne, wenn du allein zu Hause bist. Warmes Wasser kann vor allen Dingen während der Schwangerschaft schnell zu Kreislaufproblemen führen.

11. Deine Fruchtblase platzt

Der sintflutartige Blasensprung ist besonders in Filmen sehr beliebt. Die Fruchtblase platzt und unmittelbar danach treten die Wehen ein. In der Realität sieht dies meist anders aus. Die meisten Frauen verlieren Fruchtwasser in kleinen Mengen und nicht schwallartig.

Bei nur 15 % der Frauen setzen die Wehen mit dem Platzen der Fruchtblase ein. Mach dir also keine Sorgen, wenn deine Fruchtblase noch nicht geplatzt ist, du aber bereits andere Geburtsvorzeichen hast. Schon bald wirst du dein kleines Baby im Arm halten können.