Mama stillt ihr Baby liebevoll im Sessel.

Während du stillst, entsteht eine ganz besondere Verbindung zwischen dir und deinem Baby und ihr spielt euch immer mehr aufeinander ein. Doch nicht immer ist das Stillen problemlos möglich und erfordert Übung. Um dir den Einstieg zu erleichtern, haben wir dir das Wichtigste zum Stillen zusammengefasst.

Die Vorteile dein Baby zu Stillen

Das Stillen liefert deinem Baby durch die Muttermilch nicht nur alle Nährstoffe, die es zum Wachsen braucht, sondern hat auch andere Vorteile. Durch den körpernahen und liebevollen Kontakt während des Stillens, wird die Mutter-Kind Bindung gefördert. So entwickelt sich eine enge Vertrautheit zwischen dir und deinem Baby. Denn beim Stillen wird viel und ausgiebig gekuschelt, du lernst die Signale deines Babys kennen und kannst intensiv Zeit mit deinem Schatz verbringen.

Seit 2004 wird das Stillen aktiv von der Europäischen Union gefördert und die WHO empfiehlt, dass Babys mindestens bis zum 6. Lebensmonat voll und bis zum zweiten Lebensjahr teilweise gestillt werden sollten. Trotz der Stillempfehlung der WHO, stillen die meisten Frauen frühzeitig ab. Aber dein Baby zu Stillen lohnt sich:

  • Durch das Saugen an der Brust wird Oxytocin ausgeschüttet. Dieses Hormon hilft dir bei der Rückbildung der Gebärmutter.
  • Mit jedem Monat, den du stillst, verringert sich das Risiko an Brustkrebs zu erkranken.
  • Wenn du stillst, verringert sich das Risiko einer Wochenbettdepression.
  • Gestillte Babys werden seltener krank, da durch die Muttermilch Antikörper weitergegeben werden.
  • Stillkinder leiden später seltener an Übergewicht, Mittelohrentzündung, Darm- und Atemwegsinfekten.

Wie häufig sollte man stillen?

Du solltest nach Bedarf stillen, wenn dein Baby hungrig ist oder deine Brüste zu voll sind. In den ersten Tagen nach der Geburt ist dein Baby meistens noch träge und braucht Unterstützung beim Finden der Brust. Ab dem zweiten Tag empfiehlt die WHO, dass du dein Baby mindestens acht Mal am Tag anlegst. Dabei musst du allerdings nicht auf regelmäßige Pausen achten. Zu manchen Tageszeiten meldet sich dein Baby öfter und manchmal liegen längere Schlafphasen dazwischen.

Wenn dein Baby lange Schlafpausen hat und deine Brüste zu voll werden, kannst du dein Baby vorsichtig wecken und es zum Trinken animieren. Nach und nach wirst du die Signale deines Babys verstehen und euer Rhythmus wird sich aufeinander einspielen.

Um die Milchproduktion beider Brüste anzukurbeln und aufrecht zu erhalten, solltest du darauf achten, dein Baby abwechselnd an beide Brüste anzulegen. Dabei kannst du während einer Mahlzeit wechseln. Wenn dein Baby etwas älter ist, kannst du bei jeder Mahlzeit zwischen den Brüsten wechseln.

Stillberatung: Hilfestellung beim Stillen

Das Stillen wird dir am Anfang wie eine eigene kleine Wissenschaft vorkommen. Aber lass dich davon nicht verunsichern. Das Stillen ist für euch beide neu und es ist schließlich noch kein Meister vom Himmel gefallen. Wenn du Probleme mit dem Stillen hast, kannst du deine Hebamme jederzeit um Hilfe fragen. In medizinischen Ausnahmefällen kann eine Stillberatung bis zum Ende der Stillzeit von deiner Krankenkasse übernommen werden.

In vielen Orten gibt es Stillgruppen. Diese werden meistens von einer Stillberaterin oder einer Hebamme geleitet. Sie bieten dir und anderen Müttern einen Raum, in dem ihr euch über das Stillen austauschen könnt. Wenn du dir nicht sicher bist, ob es bei dir in der Nähe eine Stillgruppe gibt, kannst du deine Hebamme oder örtliche Klinik fragen. Diese bieten oft selbst Stillgruppen an oder können dir Ansprechpartner vermitteln.

Stillprobleme: Was du tun kannst

Nicht immer funktioniert das Stillen problemlos. Stillprobleme treten oft zu Beginn der Stillzeit auf und können schnell entmutigen. Über 50 % der stillenden Mütter stillen auf Grund von Stillproblemen, wie zum Beispiel wunden Brustwarzen, frühzeitig ab. Oft sind die Ursachen für Stillprobleme fehlende oder falsche Informationen über die Häufigkeit und die Technik des Anlegens. Traue dich deshalb bei Stillproblemen deine Hebamme um Hilfe zu bitten.

Milchstau oder Mastitis

Bei einem Milchstau kann die Muttermilch nicht aus den einzelnen Milchgängen austreten. Gründe dafür können zum Beispiel seltenes oder kurzes Anlegen, übermäßige Milchproduktion oder ein verschlossener Milchgang sein. Hält ein Milchstau über längere Zeit an, kann es zu einer Mastitis, einer Entzündung der Brustdrüse, kommen. Diese sollte von deinem Frauenarzt behandelt werden.

Schmerzende und wunde Brustwarzen

Während den ersten Tagen, in denen du stillst, können dir deine Burstwarzen weh tun. Das liegt daran, dass sie noch nicht an das Saugen deines Babys gewöhnt sind. Nach einigen Tagen sollte das Stillen jedoch nicht mehr weh tun. Schmerzen beim Stillen sind immer Warnzeichen. In diesem Fall solltest du dein Baby neu anlegen. Denn eine ungünstige Stillhaltung, eine falsche Saugtechnik deines Babys, Reibung und Druck kann zu wunden Brustwarzen führen. Leidest du an wunden oder schmerzenden Brustwarzen, solltest du dich von deinem Frauenarzt oder deiner Hebamme beraten lassen.

Milchmangel

Ein Milchmangel ist der häufigste Grund, warum Frauen frühzeitig abstillen. Viele Frauen haben Angst zu wenig Milch zu produzieren. Sie deuten häufige Stillmahlzeiten als Hunger des Kindes, der nicht gestillt werden kann. Wenn du dich fragst, ob du zu wenig Milch produzierst, kannst du mit deiner Hebamme zusammen dein Stillen beobachten. Wenn dein Baby gut wächst, kann dir deine Hebamme deine Ängste nehmen. Sollte deine Hebamme Symptome eines Milchmangels beobachten, wird sie dir mit Rat und Tat zur Seite stehen. Sie wird mit dir besprechen, wie du die Milchproduktion, beispielsweise durch Abpumpen anregen kannst, oder dir Alternativen vorschlagen.

Saugverwirrung

Eine Saugverwirrung kann entstehen, wenn du dein Baby zu früh mit der Flasche fütterst oder es sich an Schnuller gewöhnt. Beim Stillen an der Brust sind spezifische Saug-, Kau- und Schluckbewegung nötig, damit die Milch fließt. Diese sind bei der Flaschenfütterung nicht nötig und dein Baby muss sich weniger stark anstrengen. Wenn du Muttermilch aus dem Fläschchen füttern willst, kann eine Saugverwirrung mit speziellen Babyfläschchen, die fürs Stillen geeignet sind, verhindert werden. Diese imitieren das Saugverhalten an der Brust.

Trinkschwäche oder Verweigern der Brust

Wenn dein Baby eine Trinkschwäche hat oder es beim Stillen sehr unruhig ist, kann das viele Gründe haben. Zum Beispiel, dass nicht genügend Milch aus der Brust bekommt, du in einer unruhigen Situation stillst, dein Baby abgelenkt ist oder eine verstopfte Nase hat. In der Zeit, in der dein Baby nicht gut trinkt, solltest du den Milchfluss durch Abpumpen aufrecht erhalten und dich mit deiner Hebamme beraten. Die abgepumpte Milch kannst du problemlos aufbewahren und zu einem späteren Zeitpunkt füttern.

Zwillinge stillen: Eine besondere Stillsituation

Das Stillen von Zwillingen ist grundsätzlich möglich, wenn du sie in den ersten Tagen nach der Geburt oft und lange genug anlegst, um die Milchproduktion auf eine ausreichende Menge zu steigern. Jedoch kann das Stillen von Zwillingen sehr zeitaufwändig sein. Du kannst Zwillinge entweder gleichzeitig oder nacheinander stillen. Das gleichzeitige Stillen spart Zeit, erfordert allerdings eine gewisse Übung.

Wenn du die Babys einzeln anlegst, kannst du dich besser auf ein Baby konzentrieren, bei Anlegeschwierigkeiten schneller eingreifen und dich intensiver mit dem trinkenden Baby beschäftigen. Wenn du deine Zwillinge nacheinander anlegst, solltest du darauf achten, dass du zwischen den Brüsten abwechselst, um beide Brüste zu stimulieren und sicherzustellen, dass beide Babys ausreichend Milch bekommen.

Wann solltest du nicht stillen?

Nicht jede Mama kann oder will stillen. Und das ist in Ordnung. In manchen Fällen verhindert eine medizinische Indikation das Stillen.

  • Wenn du an einer Infektionskrankheit, wie zum Beispiel Hepatitis B, HIV oder Ebola leidest und dein Baby sich durch die Muttermilch anstecken kann.
  • Eine Drogenabhängigkeit oder Alkoholsucht vorliegt.
  • Du unter schweren Wochenbettkomplikationen leidest und intensiv betreut wirst.
  • Dein Baby an einer Saugschwäche leider oder nicht genügend Muttermilch produziert wird.
  • Eine Herpesinfektion an der Burst vorliegt.

Oft machen sich Mütter, die nicht Stillen können oder wollen, Vorwürfe. Lass dich davon nicht verunsichern und unterkriegen. Säuglingsnahrung bietet deinem Baby alle wichtigen Nährstoffe, die es zum Wachsen braucht. Und anstatt zu stillen, kuschelt ihr euch einfach mit dem Fläschchen aufs Sofa und macht es euch gemütlich.