Baby schläft in Rückenlage mit dem Schnuller in der Hand

Um das Risiko des plötzlichen Kindstods zu vermeiden, solltest du für eine sichere Schlafumgebung deines Babys sorgen. Aber worauf solltest du achten? Und wie kannst du das Risiko für den plötzlichen Kindstod minimieren?

Was ist der plötzliche Kindstod?

Als plötzlicher Kindstod, auch Sudden Infant Death Syndrome oder SIDS genannt, bezeichnet man das unerklärliche und plötzliche Versterben eines Babys in den ersten beiden Lebensjahren.

Plötzlichem Kindstod vorbeugen

Dem plötzlichen Kindstod kannst du nur vorbeugen, indem du für eine sichere Schlafumgebung deines Babys sorgst. Inzwischen hat man herausgefunden, dass einige Faktoren den plötzlichen Kindstod begünstigen. Damit du und dein Baby ruhig und vor allem sicher schlafen könnt, haben wir dir die wichtigsten Regeln zusammengefasst.

1. Lege dein Baby zum Schlafen auf den Rücken

Auf dem Rücken schläft dein Baby am sichersten. Auf diese Weise ist das Gesicht frei und es kann leicht atmen. Lege dein Baby niemals zum Schlafen auf den Bauch. Denn dann besteht die Gefahr, dass die Atmung behindert wird. Außerdem können der Mund und die Nase in die Matratze einsinken.

Es besteht auch eine erhöhte Gefahr der Rückatmung. Das bedeutet, dass dein Baby ständig den eigenen Atem einatmet. Das führt dazu, dass der Sauerstoffgehalt in der Atemluft immer mehr abnimmt. Da dein Baby schon nach wenigen Wochen lernt, sich von der Seite auf den Bauch zu drehen, ist die Seitenlage ebenfalls nicht als Schlafposition geeignet.

Du solltest keine Angst haben, dass dein Baby durch das Schlafen in Rückenlage einen abgeflachten Kopf bekommt. Tagsüber kannst du mit deinem Baby hin und wieder in Bauchlage spielen. So sorgst du für einen Ausgleich und der Kopf deines Wonneproppens kann sich weiterhin rund entwickeln.

Wenn dein Baby sich bereits vom Rücken auf den Bauch und umgekehrt drehen kann, solltest du dein Baby die Schlafposition selbst bestimmen lassen. Natürlich kannst du versuchen, dein Baby anfangs zu korrigieren. Aber ab einem bestimmten Punkt ist das ein hoffnungsloses Unterfangen.

Mache dir keine Sorgen. Zu diesem Zeitpunkt wird die Nacken und Halsmuskulatur deines Schatzes bereits stark genug sein, um den Kopf zu drehen. Dein Baby wird nicht mit dem Gesicht nach unten auf der Matratze liegen bleiben.

2. Lasse dein Baby neben dir im Co-Sleeper oder dem eigenen Bettchen schlafen

Der sicherste Schlafplatz für dein Baby ist neben dir in einem Co-Sleeper oder im eigenen Bettchen. Wenn du ein Familienbett bevorzugst, solltest du darauf achten, dass dieses babygerecht gesichert ist. Wichtig ist, dass dein Baby einen eigenen, kleinen Schlafbereich in deiner Nähe hat.

In den ersten sechs Monaten ist es ratsam, wenn dein Baby mit dir in deinem Schlafzimmer schläft. So ist dein Baby in deiner Nähe und du kannst schnell eingreifen, wenn etwas nicht stimmt oder wenn es Hunger hat. Auch für dein Baby ist die Nähe zu dir besonders wichtig. Es wird sich bei dir geborgen fühlen.

Wenn dein Baby in einem eigenen Babybett oder Co-Sleeper schläft, solltest du auf Folgendes achten:

  • Luftdurchlässige Seitenwände
  • Die Stäbe sollten einen Abstand zwischen 4,5 und 6,5 cm haben.
  • Eine feste, gute und atmungsaktive Matratze.
  • Benutze keine wasserabweisenden Unterlagen unter dem Spannbetttuch. Diese sind nicht atmungsaktiv.
  • Im Babybett sollten sich keine Kuscheltiere, Kissen oder Bettschlangen befinden.
  • Verzichte auf ein Babynestchen, Bettumrandungen und Co.

3. Lasse dein Baby nicht mit dir zusammen im Bett schlafen

Dass dein Baby zusammen mit dir im Bett schläft, ist nicht zu empfehlen. Denn deine Bettdecke oder dein Kissen können Gefahrenquellen für dein Baby darstellen. Vor allen Dingen, wenn dein Baby mit dem Kopf unter deine Bettdecke oder dein Kissen rutscht. Dann kann es passieren, dass es keine Luft mehr bekommt oder nicht mehr ausreichend atmen kann.

Weiterhin kann dein Baby aus dem Bett fallen oder leicht überhitzen. Dadurch, dass du zwischen dir und deinem Baby keine Abgrenzung hast, kannst du dein Baby womöglich mit deinem Körper überrollen. Dieses Risiko erhöht sich, wenn du rauchst, trinkst, Medikamente oder Drogen nimmst, übermüdet oder gestresst bist.

4. Lasse dein Baby im Babyschlafsack schlafen

Mit einem Babyschlafsack ist die Gefahr eines Atem- oder Wärmestaus gering. Du solltest darauf achten, dass du immer einen Schlafsack benutzt, der für die jeweilige Jahreszeit angemessen ist. Weiterhin ist es wichtig, darauf zu achten, dass der Schlafsack weder zu groß noch zu klein ist.

Als Faustregel gilt: Körperlänge – Kopflänge + 10 cm.

Weiterhin ist es wichtig, dass der Schlafsack nicht über den Kopf deines Babys rutschen kann. Sprich, dass der Hals- und Armausschnitt nicht zu groß ist. Ein weiterer Vorteil von Schlafsäcken ist, dass dein Baby sich nicht leicht vom Rücken auf den Bauch drehen kann und sich nachts nicht aufdeckt.

Du solltest in den ersten zwei Lebensjahren deines Babys ausschließlich Schlafsäcke und keine Bettdecke für dein Baby benutzen. Denn unter einer Bettdecke kann sich dein Baby leicht verwickeln. Dadurch kann im schlimmsten Fall dein Baby überhitzen oder nicht mehr richtig atmen.

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5. Überhitzung bei deinem Baby vermeiden

Du solltest immer auf die Kombination von Schlafkleidung, Schlafsack und Raumtemperatur achten. Die ideale Raumtemperatur zum Schlafen liegt bei 18°C. Du kannst ganz einfach im Nacken deines Babys kontrollieren, ob es deinem Baby zu warm oder zu kalt ist.

Wenn der Nacken deines Babys sich warm und feucht anfühlt, ist es deinem Baby offensichtlich zu warm. Dann solltest du zu einem etwas dünnerem Schlafsack wechseln. Auch, wenn dein Baby Fieber hat ist ein dünnerer Schlafsack empfehlenswert. Dann solltest du darauf achten, dass du dein Baby nicht noch zusätzlich warm einpackst.

6. Sorge für eine sichere Schlafumgebung

Stelle das Babybettchen nicht in der Nähe von Vorhängen, einem offenen Fenster oder der Heizung auf. Abgesehen von der Vermeidung des plötzlichen Kindstods solltest du möglichst frühzeitig dafür sorgen, dass deine Wohnung kindersicher ist. Installiere zum Beispiel Treppenschutzgitter und sichere die Steckdosen.

7. Setze deinem Baby keinem Zigarettenqualm aus

Achte darauf, dass dein Baby zu Hause, auf der Straße, bei Besuchen oder anderen Ausflügen keinem Nikotinrauch ausgesetzt ist. Inzwischen hat man einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Rauchen und plötzlichem Kindstod herausgefunden. Auch das Passivrauchen nach der Geburt erhöht das Risiko des plötzlichen Kindstods um das 2,5-fache. Auch, wenn du selbst Nichtraucherin bist, ist es wichtig, dass du das Kinderzimmer regelmäßig lüftest.

8. Fixiere dein Baby niemals im Bett

Auch, wenn dein Baby sehr unruhig schläft und im Schlaf die Arme nach oben reißt, solltest du es niemals am Bett festbinden. Denn dein Baby könnte sich im Schlaf verdrehen, was zu Erstickungsgefahr führen könnte. Um dein Baby zu beruhigen, kannst du es allerdings pucken. Damit fühlt sich dein Baby geborgen und kann tief und fest schlafen.

9. Gebe deinem Baby keine Medikamente mit schlaffördernden Nebenwirkungen

Einige Arzneimittel sind für dein Baby gefährlich, da sie es in einen zu tiefen Schlaf versetzen können. Auch wenn du stillst, solltest du solche Medikamente meiden. Denn sonst kann es passieren, dass dein Baby die Medikamente über die Muttermilch bekommt. Wenn du dir nicht sicher bist, ob du ein Medikament nehmen kannst, solltest du vorher immer erst mit deinem Arzt oder Apotheker sprechen.

10. Stille dein Baby oder gib ihm den Schnuller

Stillen verringert das Risiko des plötzlichen Kindstods. Es wird empfohlen, dass ein Baby mindestens sechs Monate gestillt wird. Britische Forscher mutmaßen, dass das Geben eines Schnullers zur Schlafenszeit ebenfalls helfen soll, das Risiko für den plötzlichen Kindstod zu senken.

Untersuchungen haben gezeigt, dass Schnullerbabys weniger tief schlafen, sich nachts weniger umdrehen und den Kopf leichter zur Seite drehen, weil der Schnuller sonst ins Gesicht drückt. Allerdings solltest du darauf achten, deinem Baby den Schnuller erst dann zu geben, wenn das Stillen reibungslos funktioniert.

11. Achte auf Ruhe und Regelmäßigkeit

Babys reagieren sehr empfindlich auf verschiedenste Situationen wie zum Beispiel Reisen, lange Autofahrten, viel Besuch oder Übernachtungen. Setze dein Baby im ersten Jahr nicht zu vielen neuen Situationen aus. Diese können Stress verursachen und den Schlafrhythmus stören.

12.Lege Zwillinge in getrennte Betten

Wenn du Zwillingsmama bist, solltest du darauf achten, dass du deine zwei Schätze in getrennte Betten legst. Sonst ist die Gefahr der Rückatmung größer. Außerdem erhitzen sie sich schneller und können sich gegenseitig das Atmen erschweren.