Scharlach: Kinderarzt kontrolliert die rote Zunge eines Babys.

Scharlach gilt als klassische Kinderkrankheit. Denn sie tritt besonders häufig im Kindergarten- und Schulalter auf. Wir verraten dir, wie du Scharlach Symptome erkennst und wie die Krankheit behandelt wird.

Was ist Scharlach?

Scharlach ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien verursacht wird. Die Streptokokken-Bakterien, die Scharlach auslösen, siedeln sich im Rachenbereich an. Dort bilden sie Giftstoffe, sogenannte Toxine, die zahlreiche Symptome, wie die Himbeer- oder Erdbeerzunge oder den typischen Scharlach-Ausschlag auslösen.

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Scharlach Ansteckung

Scharlach ist sehr ansteckend. Die Bakterien werden über die sogenannte Tröpfcheninfektion übertragen. Also durch Speichel, der die Bakterien enthält und der beim Sprechen, Husten oder Niesen übertragen wird. Wenn dein Kind sich mit den Bakterien infiziert, bricht Scharlach in der Regel innerhalb von zwei Tagen aus. Deshalb werden Kinder oft aus dem Nichts krank.

Wusstest du, dass...?

Jeder fünfte bis zehnte Mensch trägt die Scharlach-Erreger in sich

Aber nicht alle erkranken an Scharlach, wenn sie die Bakterien in sich tragen. Allerdings können diese Menschen die Bakterien an andere weitergeben und damit anstecken.

Scharlach Inkubationszeit

Die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch einer Krankheit nennt man Inkubationszeit. Bei Scharlach ist die Inkubationszeit sehr kurz. Schon ein bis drei Tage nach der Ansteckung treten die ersten Symptome auf.

Scharlach Symptome

Die ersten Symptome, können wie aus dem Nichts auftauchen:

  • Halsschmerzen
  • Hohes Fieber
  • Schüttelfrost
  • Rote Wangen
  • Müdigkeit und Energielosigkeit
  • Bauchschmerzen
  • Kopf- und Gliederschmerzen

Viele Symptome, wie Fieber und Halsschmerzen, können auch auf andere Krankheiten wie zum Beispiel Masern hindeuten. Es gibt aber eindeutige Symptome, die nur bei Scharlach auftreten. Dazu gehören:

  • Scharlach-Zunge
  • Scharlach-Ausschlag
  • Scharlach-Angina

Die Scharlach-Zunge

Die rote Zunge ist ein typisches Symptom für Scharlach. Sie wird oft Erdbeerzunge oder Himbeerzunge genannt. Dabei bildet sich zunächst eine weiße Schicht auf der Zunge. Nach etwa vier Tagen verschwindet diese weiße Schicht und die typische rote Himbeerzunge kommt zum Vorschein.

Der Scharlach-Ausschlag

Ein weiteres typisches Symptom für Scharlach ist der Scharlach-Ausschlag. Er entsteht direkt am ersten oder zweiten Tag, nachdem sich dein Kind angesteckt hat. Es entstehen sogenannte Papeln. Rote Flecken, die sich erst im Leistenbereich und dann auf dem ganzen Körper ausbreiten. Nur die Handflächen und Fußsohlen, sowie ein kleines Dreieck zwischen Mund und Hals bleibt in der Regel von dem Scharlach-Ausschlag verschont. Nach etwa 6 bis 9 Tagen verschwindet der Ausschlag wieder.

Die Scharlach-Angina

Die meisten Kinder, die sich mit Scharlach anstecken, entwickeln eine Scharlach-Angina. Denn die Streptokokken-Bakterien siedeln sich im Rachen an und lösen dort oft eine Angina, eine sogenannte Mandelentzündung aus. Du kannst sie daran erkennen, dass der Bereich um die Mandeln gerötet ist, die Mandeln angeschwollen sind und sich ein weißer Belag auf den Mandeln bildet.

Scharlach Behandlung

Scharlach wird mit Antibiotika behandelt. Dadurch verläuft Scharlach in den meisten Fällen harmlos. Außerdem ist dein Kind 24 Stunden nach der Einnahme des Antibiotikums nicht mehr ansteckend. Damit das Antibiotikum wirkt, muss dein Kind 2- oder 3-Mal täglich das Antibiotikum über 10 Tage einnehmen. Wichtig ist, dass dein Kind das Antibiotikum durchnimmt, bis die Verpackung leer ist. Auch, wenn die Beschwerden weniger werden. Denn nur so kannst du dir sicher sein, dass alle Erreger abgetötet werden.

Andere Symptome, wie Fieber, kannst du mit fiebersenkende und schmerzlindernde Medikamente bekämpfen. Zudem können Tees und Erkältungsbonbons gegen die Halsschmerzen helfen.

Scharlach Komplikationen

Wenn Scharlach mit Antibiotika behandelt wird, klingen die Symptome meistens schnell wieder ab und die Erkrankung verläuft ohne größere Komplikationen.

Unbehandelt halten die Symptome meistens länger an und der Scharlach kann schwer verlaufen. Dann können die Bakterien aus dem Rachen auch in andere Körperregionen gelangen. Dort lösen sie oft die folgenden Entzündungen aus:

  • Eitrige Mandelentzündung
  • Stark eitrige Mittelohrentzündung
  • Nasennebenhöhlenentzündung
  • Lungenentzündung

In seltenen Fällen können die Streptokokken-Bakterien auch in die Blutbahn gelangen und eine Blutvergiftung auslösen. Das ist ein Notfall und muss sofort im Krankenhaus behandelt werden!

Scharlach Spätfolgen

Mögliche, aber zum Glück sehr seltene Spätfolgen einer Scharlacherkrankungen sind akutes rheumatisches Fieber und eine akute Nierenentzündung.

  • Akutes rheumatisches Fieber: Bei einem akuten rheumatischen Fieber, kurz RS, entzünden sich verschiedene Gelenke oder Organe. Besonders oft tritt RS nach einer symptomfreien Zeit von 19 Tagen bei Kindern zwischen drei und fünfzehn Jahren auf. RS kommt bei etwa 3 % der unbehandelten Scharlacherkrankungen vor.
  • Akute Nierenentzündung: Eine Nierenentzündung tritt oft ein bis fünf Wochen nach einer Scharlacherkrankung auf. Dabei können bleibende Nierenschäden bis hin zu Nierenversagen entstehen.

Scharlach Schnelltest

Die Scharlach-Symptome ähneln oft den Symptomen einer Mandelentzündung. Mit unserem Scharlach-Schnelltest kannst du herausfinden, ob dein Kind Scharlach haben könnte:

Scharlach-Schnelltest

Für jede Frage, die du mit “Ja“ beantwortet hast, kannst du dir einen Punkt geben. Je mehr Fragen du mit „Ja“ beantwortet hast, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich dein Kind mit Scharlach angesteckt hat. Dieser Test ersetzt aber keinesfalls eine ärztliche Behandlung. Wenn du dir Sorgen machst, dass sich dein Kind angesteckt hat, solltest du deinen Kinderarzt anrufen.

Gibt es eine Scharlach Impfung?

Nein, eine Impfung gegen Scharlach gibt es nicht. Nach dem Scharlach ist dein Kind zwar vor dem jeweiligen Erreger geschützt, kann sich aber mit anderen Streptokokken infizieren, die Scharlach auslösen. Deshalb ist es möglich, dass dein Kind mehrmals an Scharlach erkrankt.

Es gibt aber andere Möglichkeiten, wie du dich und dein Kind vor Scharlach schützen kannst:

  • Wasche regelmäßig und gründlich die Hände.
  • Vermeide den Kontakt mit erkrankten Personen.

Scharlach in der Schwangerschaft

Du bist schwanger und hast dich mit Scharlach angesteckt? Keine Angst. Scharlach, im Gegensatz zu Masern, Mumps und Röteln, ist keine Gefahr für dein ungeborenes Baby.

Wenn du allerdings eine Herzmuskelentzündung bekommst, kann das die Sauerstoffversorgung deines Babys gefährden. Deshalb solltest du sofort zum Arzt, wenn du denkst, dass du dich mit Scharlach angesteckt haben könntest. Dein Arzt wird dir sofort Antibiotika verschreiben und dich gut im Auge behalten.

Mehr Informationen zu Scharlach

Lass dich von offiziellen Stellen wie dem Gesundheitsamt beraten, wenn du dir unsicher bist. Mehr Informationen zum Thema Scharlach findest du hier: