Papa hält Baby mit Koliken im Fliegergriff, um es zu beruhigen.

Besonders in den ersten Monaten haben viele Babys Koliken. Diese Bauchkrämpfe sind für dein Baby so unangenehm, dass es sich verkrampft und sehr viel weint. Wir verraten dir, wie du deinem Baby helfen und Koliken vorbeugen kannst.

Was sind Koliken?

Unter Koliken versteht man Bauchkrämpfe, bei denen sich die Muskeln in der Darmwand deines Babys zusammenziehen und verkrampfen. Oft beginnen Koliken während oder nachdem du dein Baby gefüttert oder gestillt hast. Dein Baby weint herzzerreißend, oft über mehrere Stunden. Viele Babys lassen sich kaum beruhigen, wenn sie Koliken haben und sind sehr unruhig.

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Die meisten Babys leiden zwischen dem 2. und 5. Monat besonders oft an Koliken. Deshalb nennt man diese Koliken oft 3-Monats-Koliken. Wenn dein Baby 6 Monate alt ist, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass dein Schatz seltener Bauchschmerzen hat. Denn bis dahin hat sich der Darm weiterentwickelt und hat sich an die Nahrung gewöhnt.

Koliken erkennen

Anhand der folgenden Symptome kannst du erkennen, ob dein Baby Koliken hat:

  • Dein Baby ballt die Fäuste
  • Es strampelt viel oder zieht die Beine ruckartig an
  • Dein Baby ist sehr angespannt
  • Es überstreckt sich
  • Dein Baby weint herzzerreißend
  • Es leidet unter Blähungen

Ursachen von Koliken bei Babys

Was die Koliken verursacht, kann ganz unterschiedlich sein. Zum Glück sind es selten medizinische Probleme:

Magen-Darm-Reifung

Der Darm deines Babys entwickelt sich nach der Geburt weiter. Er ist noch nicht vollständig ausgereift. Nachdem dein Baby geboren wurden, muss der Darm erst lernen, wie er Nahrung verarbeiten kann. Denn bis zur Geburt hat der Darm nur mit Fruchtwasser geübt. Dadurch kann es sein, dass die aufgenommene Muttermilch manchmal zu schnell durch den Darm geleitet wird und nicht genug abgebaut wird. Dadurch bekommt dein Baby Blähungen und Bauchschmerzen.

Zu viel Luft im Bauch

Vor allem, wenn dein Baby zu schnell trinkt, kann neben Milch auch eine ganze Menge Luft in den Magen-Darm-Trakt gelangen. Das kann bei deinem Baby Bauschmerzen und Koliken auslösen.

Überreizung

Manche Babys sind sehr empfindlich gegenüber Reizen. Das kann deinem Baby Bauchschmerzen machen.

Allergien und Lebensmittelunverträglichkeiten

Es kann aber auch sein, dass die Bauchschmerzen durch Allergien und Lebensmittelunverträglichkeiten verursacht werden. Eine der häufigsten Lebensmittelallergien bei Babys ist zum Beispiel die Kuhmilchallergie. Dadurch bekommt dein Baby Blähungen. Besprich dich mit deinem Kinderarzt, wenn du den Verdacht hast, dass dein Baby eine Lebensmittelunverträglichkeit hat. Er kann testen, ob dein Baby Allergien hat und dich dazu beraten.

Ernährung als Ursache von Koliken

Welche Beschwerden dein Baby hat, kann stark von der Ernährung abhängen. Es gibt mehrere Dinge, auf die du achten kannst. Das ist davon abhängig, ob du stillst oder dein Baby die Flasche bekommt.

Koliken beim Stillen

Stillst du dein Baby? Dann kann es sein, dass dein Baby seltener Koliken hat, wenn es dir Brust ganz leer trinkt. Denn die später austretende Milch ist voller und bringt die Verdauung in Schwung.

Oft hört man, dass Babys Koliken bekommen können, wenn die Mama blähende Lebensmittel gegessen hat und stillt. Das kann wissenschaftlich aber nicht bewiesen werden. Du hast trotzdem das Gefühl, dass dein Baby empfindlich auf manche Lebensmittel reagiert, die du gegessen hast? Dann verzichte ein paar Tage komplett auf diese Lebensmittel. So kannst du herausfinden, ob die Koliken durch eines dieser Lebensmittel verursacht werden.

Koliken beim Fläschchen geben

Wenn du dein Baby mit der Flasche fütterst, ist es sehr wichtig, dass du dein Baby regelmäßig fütterst. Denn an große Veränderungen muss sich der Darm deines Babys jedes Mal neu anpassen. Die Koliken treten regelmäßig über einen längeren Zeitraum auf? Dann kann es sein, dass dein Baby die Milchnahrung nicht verträgt. Probiere dann eine andere Marke.

Lass dir Zeit, wenn du deinem Baby das Fläschchen gibst. Es kann gut und gerne 15 bis 20 Minuten dauern, bis dein Baby leer getrunken hat. Denn wenn dein Baby zu schnell trinkt, kann zu viel Luft in den Magen-Darm-Trakt gelangen. Trinkt dein Baby sehr schnell? Dann mache ab und zu Pausen. Auch Flaschensauger mit einer kleineren Öffnung können dafür sorgen, dass dein Baby langsamer trinkt.

Achte darauf, dass sich keine Luft im Sauger befindet, wenn dein Baby trinkt. Das verhindert, dass dein Baby beim Trinken viel Luft schluckt.

Zu guter Letzt ist es wichtig, dass dein Baby nach dem Trinken ein Bäuerchen macht. Dadurch kann die verschluckte Luft entweichen.

Wann solltest du mit Koliken zum Arzt?

Wenn dein Baby Koliken hat, musst du in der Regel nicht zum Arzt. Sie sind für dein Baby zwar nicht schön, gehen aber wieder vorüber.

Bist du dir nicht sicher, ob es sich um Koliken handelt? Dann ist der Besuch beim Hausarzt sicher ratsam. Der Arzt kann dein Baby untersuchen und körperliche Ursachen ausschließen. Zudem kann dich dein Arzt beraten und dir Tipps an die Hand geben, wie du dein Baby beruhigen und Koliken vorbeugen kannst.

Auch bei anderen Beschwerden, wie Fieber, Erbrechen oder Blut im Stuhl, solltest du dich auf jeden Fall an deinen Kinderarzt wenden.

Was tun bei Bauchschmerzen Baby?

Zum Glück gibt es einige Kniffe, wie du deinem Baby bei Koliken helfen kannst:

  • Lege ein Kirschkernsäckchen auf den Bauch deines Babys: Die Wärme des Kirschkernkissens hilft deinem Baby sich zu entspannen. Das kann die Schmerzen etwas lindern. Alternativ kannst du dein Baby auch baden, das hat denselben Effekt.
  • Massiere den Bauch deines Babys: Sorge dafür, dass deine Hände warm sind, und mache kreisrunde Bewegungen auf dem Bauch deines Babys. Das lindert nicht nur die Schmerzen, sondern ist auch ein schöner Bonding-Moment.
  • Fahrrad fahren mit den Beinen: Lege dein Baby auf den Rücken, halte die Beine fest und mache mit den Beinen kreisende Bewegungen. Dadurch werden die Bauchmuskeln aufgelockert und dein Baby kann sich entspannen.
  • Lenke dein Baby ab: Singe deinem Baby etwas vor oder laufe mit deinem Schatz durch die Wohnung. Die Bewegung und deine Stimme können dein Baby beruhigen und es beginnt im besten Fall sich zu entspannen.
  • Pucke dein Baby: Wenn dein Baby Koliken hat, ist das ganz schön Nerven aufreibend. Dann kann es deinem Baby schwer fallen sich wieder zu beruhigen. Manchen Babys hilft das Pucken, um sich zu beruhigen.
  • Mittel aus der Apotheke: Es gibt einige Mittel aus der Apotheke, die bei Koliken helfen können. Lass dich von deinem Arzt oder Apotheker beraten.
  • Trage dein Baby: Setze dein Baby in ein Tragetuch oder eine Tragehilfe und geht eine Runde spazieren. Deine Körperwärme, dein Herzschlag und die Bewegung, können deinem Baby helfen sich zu beruhigen und zu entspannen.
  • Lege dein Baby in den Fliegergriff: Lege dein Baby mit dem Bauch auf deinem Unterarm. In diesem sogenannte Fliegergriff fühlen sich die meisten Babys am wohlsten, wenn sie Koliken haben.

Unsere Tipps wollen einfach nicht helfen und dein Baby lässt sich nicht beruhigen? Dann frag deinen Partner, Familie oder Freunde um Hilfe und gib dein Baby für ein paar Minuten ab. Du bist alleine zuhause? Dann leg dein Baby für ein paar Minuten in die Babywiege, gehe aus dem Zimmer und atme tief durch.