Kindspech - Mekonium - Die erste volle Windel eines Babys - erster Stuhlgang - Vater mit Baby

Die meisten Babys beglücken ihre Eltern bereits wenige Stunden nach der Geburt mit der ersten vollen Windel. Diese erste Ausscheidung wird Mekonium oder auch Kindspech genannt. Hier erfährst du alles, was du über die erste volle Windel deines Babys wissen solltest.

Was ist Kindspech?

Zum Zeitpunkt der Geburt, ist der Darm deines Babys mit Mekonium (Kindspech), gefüllt. Kindspech ist der erste Stuhl deines Babys nach der Geburt. Die Bezeichnung Kindspech stammt daher, da diese teerartige Ausscheidung sehr zäh und dunkelgrün bis schwarz ist.

Das Mekonium besteht aus dem, was der Darm deines Babys während der Schwangerschaft angesammelt hat: Fruchtwasser, Blutreste, Schleim, Lanugohaare, abgestorbenen Zellen und Darmsekrete. Daher ist es genau genommen gar kein Stuhl, sondern eine Ansammlung von Ausscheidungsprodukten. Im Durchschnitt beträgt das Mekonium-Gewicht 50 bis 100 g.

Da das Kindspech sehr klebrig ist, kann es lange am Babypo kleben bleiben. Je länger es am Po klebt, desto schwieriger ist es auch, es wieder wegzubekommen. Daher solltest du regelmäßig schauen, ob dein Baby eine volle Windel hat. Normalerweise findest du das Kindspech innerhalb der ersten 8 bis 48 Stunden nach der Geburt in der Windel deines Babys. Falls das bei deinem Baby nicht passiert, solltest du deinen Kinderarzt kontaktieren oder auf der Entbindungsstation Bescheid geben.

Kindspech - Mekonium - Der erste Stuhlgang des Babys - volle Windel mit Kindspech
Mekonium in der Windel

Mekonium im Fruchtwasser

Während der Schwangerschaft stößt dein Baby etwas von dem Kindspech in das Fruchtwasser aus. Ab der 10. SSW können bereits kleine Mengen an Kindspech im Fruchtwasser gemessen werden. Allerdings trinkt dein Baby das Fruchtwasser und nimmt somit das Kindspech wieder auf.

Erst ab der 20. SSW ist der Anus deines Babys ausreichend entwickelt, um weniger Stuhlgang in das Fruchtwasser auszustoßen. Daher nimmt die Menge an Mekonium im Fruchtwasser ab. Gegen Ende der Schwangerschaft wird dein Baby vermutlich wieder mehr Mekonium in das Fruchtwasser abgeben. Das kommt dadurch, da dein Baby durch Sauerstoffmangel ausgelösten Stress vermehrt Mekonium ins Fruchtwasser abgibt. Es wird auch vermutet, dass Babys in dieser Phase das Mekonium im Fruchtwasser nicht mehr richtig schlucken. Dies ist aber nicht wissenschaftlich belegt.

Mekonium im Fruchtwasser vor oder während der Geburt

Das Kindspech deines Babys kann auch kurz vor oder während der Geburt ins Fruchtwasser gelangen. Dies tritt bei ungefähr 10 bis 15 % der Geburten auf.

Falls dein Baby lange im mekoniumhaltigen Fruchtwasser gelegen hat, wirst du feststellen können, dass die weiße Käseschmiere nach der Entbindung grünlich sein kann. Das liegt daran, da sich das Fruchtwasser aufgrund des Mekoniums eine gelblich bis grün-braune Farbe annehmen kann.

Mekoniumhaltiges Fruchtwasser während der Geburt

Wenn kurz vor der Geburt Mekonium in deinem Fruchtwasser festgestellt wird, ist es besser auf eine Hausgeburt zu verzichten. Mekonium im Fruchtwasser kann Infektionen, Krämpfe und Atemprobleme bei deinem Baby verursachen. Deshalb brauchen Babys, die im Mekonium-haltigem Fruchtwasser schwimmen, oft eine besondere Pflege nach der Geburt.

Ursachen von Mekonium im Fruchtwasser

Vor oder während der Wehen kann es sein, dass dein Baby etwas Stuhl ins Fruchtwasser macht. Warum das passiert, ist nicht ganz klar. Es gibt zwei mögliche Erklärungen:

  • Stress: Wenn dein Baby aufgrund von Sauerstoffmangel gestresst reagiert, kann es reflexartig Stuhl absondern. Stress kann auch dazu führen, dass dein Baby weniger Fruchtwasser trinkt. Dann wird das Fruchtwasser nicht schnell genug ausgewechselt.
  • Gut entwickelter Darm: Viele Babys, die im mekoniumhaltigen Fruchtwasser schwimmen, haben nach der Geburt keine Probleme mit dem Darm. Es könnte also ein Zeichen für eine normale Entwicklung des Darms sein. Wenn der Darm deines Babys voll entwickelt ist, setzt es eventuell mehr Mekonium frei. Dies könnte auch erklären, warum sich in der 42. SSW vermehrt Mekonium im Fruchtwasser befindet.

Mekoniumaspirationssyndrom (MAS)

Mekonium im Fruchtwasser an sich ist nichts Schlimmes. Für dein Baby kann es nur schädlich sein, falls es während der Entbindung ein wenig davon einatmet. Das Kindspech gelangt dann in die Lunge deines Babys und kann dort eine Entzündung verursachen. Die MAS-Diagnose wird bereits kurz nach der Geburt gestellt. Die Ärzte überprüfen, ob sich zum Zeitpunkt der Geburt Mekonium im Fruchtwasser befunden hat. Zudem deuten Atemprobleme bei deinem Baby und Röntgenbilder auf ein mögliches Mekoniumaspirationssyndrom hin.

Ob dein Baby Probleme beim Atmen hat, kannst du an schnellem Atmen, Stöhnen, bläulicher Haut oder einer aufgeblähten Brust erkennen. Diese Symptome weisen auf das sogenannte Mekoniumaspirationssyndrom (MAS) hin. Wenn du diese Symptome bei deinem Baby feststellst, solltest du sofort den Arzt oder die Krankenschwester rufen. Bei Babys, die an einer schweren Form von MAS leiden, können Hirnschäden auftreten und es besteht Lebensgefahr. MAS tritt allerdings nur bei 5 % der Babys auf, die ihren Stuhl ins Fruchtwasser machen.

Mekoniumaspirationssyndrom Diagnose

Der Arzt kann mithilfe einer Röntgenuntersuchung feststellen, ob dein Baby an MAS leidet. Zudem können regelmäßige Blutuntersuchungen auf eine mögliche Krankheit hinweisen. Im Blut kann festgestellt werden, ob sich eine Entzündung entwickelt hat, die sich auf die Atmung deines Babys auswirkt.

Mekoniumaspirationssyndrom Behandlung

Babys, die an MAS leiden, müssen häufig künstlich beatmet werden. Das Atemgerät unterstützt oder übernimmt dabei vorübergehend die Atmung. Wenn sich die Lungen deines Babys wieder vollkommen erholt haben, kann die Atemunterstützung reduziert oder beendet werden.

Da die entzündete Lunge deines Babys anfälliger für Infektionen ist, werden häufig zusätzlich Antibiotika verabreicht. Nur in sehr seltenen Fällen ist die Lunge so geschädigt, dass eine Behandlung mit einer Herz-Lungen-Maschine notwendig wird. Diese Art der Behandlung findet in spezialisierten Kliniken statt, somit ist dein Baby in den besten Händen.