Kinderkrankheiten: Kleinkind spielt Krankenschwester

Wenn du ein Kleinkind zu Hause hast, ist es eine Frage der Zeit, bis du es mit der ersten Kinderkrankheit zu tun bekommst. Wir verraten dir, welche Kinderkrankheiten es gibt, wie du sie erkennst und wie die Kinderkrankheiten verlaufen.

Was sind Kinderkrankheiten?

Als Kinderkrankheiten bezeichnet man Krankheiten, die vor allem bei Kindern auftreten. Gegen die meisten Kinderkrankheiten ist man ein Leben lang immun oder zumindest besser geschützt, wenn man sich als Kind angesteckt hat.

Gegen welche Kinderkrankheiten kann geimpft werden?

  • Masern
  • Mumps
  • Röteln
  • Windpocken
  • Meningokokken
  • Rotaviren
  • Diphtherie
  • Keuchhusten
  • Kinderlähmung

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Kinderkrankheiten mit Ausschlag

Viele Kinderkrankheiten werden von einem typischen Hautausschlag begleitet.

Scharlach

Scharlach ist eine ansteckende Krankheit, die durch Streptokokken-Bakterien übertragen wird. Sie siedeln sich im Rachen an und bilden dort Giftstoffe, sogenannte Toxine. Diese Giftstoffe lösen den Scharlach-Ausschlag, sowie die typische Himbeerzunge aus.

Scharlach tritt vor allem bei Kindern zwischen zwei und acht Jahren auf. Kinder, die sich mit Scharlach angesteckt haben, fühlen sich zuerst schlapp, bekommen Fieber, Kopfschmerzen und Halsschmerzen. Am nächsten Tag zeigen sich dann die typischen Scharlach-Symptome. Dazu gehören die Himbeerzunge, die erst weiß und dann rot und dick wird, und der Scharlach-Ausschlag, der sich von den Leisten aus über den ganzen Körper ausbreitet. Der Scharlach-Ausschlag fühlt sich sehr rau an. Er klingt nach etwa sechs bis neun Tagen wieder ab.

Wenn Scharlach mit Antibiotika behandelt wird, verläuft die Kinderkrankheit meistens problemlos und die Symptome klingen schnell wieder ab. Leider kann man Scharlach immer wieder bekommen. Denn es gibt viele verschiedene Streptokokken-Bakterien, die Scharlach auslösen können. Deshalb gibt es gegen Scharlach keine Impfung.

Meningokokken

Meningokokken ist eine Infektionskrankheit und wird von Meningokokken-Bakterien verursacht. Diese Bakterien lösen in den meisten Fällen eine Hirnhautentzündung, selten auch eine Blutvergiftung aus. Meningokokken sind gefährlich, da sich die Krankheit sehr schnell entwickelt und innerhalb weniger Stunden lebensgefährlich werden kann. Zum Glück sind Meningokokken durch die Impfung in Deutschland sehr selten geworden.

Wenn sich dein Kind mit Meningokokken angesteckt hat, zeigt es erst typische Erkältungssymptome wie Fieber, Schüttelfrost und Erbrechen. Innerhalb weniger Stunden kann sich der Zustand deines Kindes verschlechtern. Rufe direkt deinen Kinderarzt an, wenn du kleine rote, blaue oder braune Flecken auf der Haut deines Kindes entdeckst. Weitere Alarmsignale sind ein steifer Nacken, häufiges Übergeben, kalte Finger und Zehen trotz hohem Fieber und starke Kopfschmerzen.

Tipp

Der Glas-Test bei Meningokokken

Drücke mit einem durchsichtigen Trinkglas auf einen Fleck. Bleibt der Fleck sichtbar, solltest du sofort deinen Kinderarzt anrufen. Denn im Gegensatz zu einem Masern-Ausschlag, bleibt der Meningokokken-Ausschlag sichtbar, wenn du darauf drückst.

Masern

Für die Infektionskrankheit Masern sind Masernviren verantwortlich. Leider sind Masern alles andere als harmlos. Die Krankheit kann besonders für Kinder unter fünf Jahren gefährlich sein, wenn sie keinen ausreichenden Infektionsschutz dagegen haben. Deshalb müssen Eltern bei Kindergarten- oder Schulantritt seit 2020 nachweisen, dass ihr Kind vollständig gegen Masern geimpft wurde. Dank des Masernschutzgesetzes und der hohen Impfquote, kommen Masern in Deutschland zum Glück nur noch selten vor.

Masern verlaufen in zwei Phasen. Zuerst treten grippeähnliche Symptome auf. Dein Kind fühlt sich schlapp, hat Halsschmerzen, Fieber, ist heiser und hustet. Außerdem bilden sich oft weiße Flecken im Mund deines Kindes und die Augen können gerötet sein.

In der zweiten Phase tritt der typische Masern-Ausschlag auf. Der Ausschlag zeigt sich zuerst hinter den Ohren und am Hals. Danach breiten sich die roten Punkte über den ganzen Körper aus. Begleitet wird der Hautausschlag von hohem Fieber bis 41 Grad und geschwollenen Lymphknoten.

Bei Masern kann es zu ernsten und teilweise tödlichen Komplikationen und Spätfolgen, wie einer Lungen- oder Gehirnentzündung, kommen.

Hand-Mund-Fuß-Krankheit

Die Hand-Mund-Fuß-Krankheit ist eine Virusinfektion, die besonders bei Kindern bis 10 Jahren vorkommt.

Wie der Name der Krankheit es schon verrät, kann der Hautausschlag bei der Hand-Mund-Fuß-Krankheit auf den Handflächen, den Fußsohlen und im Mund auftreten. Die roten Flecken können sich zu kleinen Bläschen formen, die leicht aufplatzen. Sie sind oft sehr schmerzhaft. Außerdem kann deinem Kind schlecht sein und es kann Bauch- und Halsschmerzen haben. Bei den meisten Kindern verläuft die Hand-Mund-Fuß-Krankheit problemlos und sie haben sie nach etwa 10 Tagen überstanden.

Röteln

Wenn sich dein Kind mit Röteln ansteckt, bekommt es zuerst erhöhte Temperatur und zeigt typische Erkältungssymptome. Außerdem entstehen auf der Haut deines Kindes rote, kleine Flecken. Oft verbinden sich die kleinen roten Punkte zu einem großen Fleck. Dadurch sieht es aus, als ob die ganze Haut deines Kindes rot ist.

Bei Kindern verlaufen Röteln meistens mild. Eine Ansteckung in der Frühschwangerschaft kann aber zu schweren Schädigungen am Embryo führen oder eine Fehl- oder Frühgeburt verursachen.

3-Tage-Fieber

Das 3-Tage-Fieber wird vom humanem Herpes-Virus-6 ausgelöst. Es tritt in der Regel bei Kindern zwischen 6 Monaten und 3 Jahren auf. Haben sich die Kinder angesteckt, bekommen sie plötzliche hohes Fieber, das drei bis fünf Tage andauern kann. Trotz des hohen Fiebers sind die meisten Kinder munter und aktiv. Oft zeigen sie keine weiteren Symptome. Wenn das Fieber wieder abklingt, tritt bei den meisten Kindern ein roter Hautausschlag auf der Brust und dem Bauch auf. Seltener tritt der Ausschlag im Gesicht, den Armen und Beinen auf. Der Ausschlag juckt nicht und verschwindet nach ein paar Tagen von selbst wieder.

Windpocken

Windpocken werden durch den Varizelle-Zoster-Virus ausgelöst. Die Kinderkrankheit beginnt mit roten Punkten auf der Haut, die sich nach ein bis zwei Tagen mit Flüssigkeit füllen und zu Blasen werden. Der juckende Ausschlag beginnt oft im Nacken oder im Gesicht und verbreitet sich von dort aus über den ganzen Körper.

Bei den meisten Kindern verlaufen die Windpocken ohne größere Probleme und der Ausschlag heilt in der Regel wieder gut ab. Achte aber darauf, dass dein Kind nicht an den Pusteln kratzt. Denn die Flüssigkeit in den Pusteln ist nicht nur sehr ansteckend, die Haut kann sich auch entzünden. Dadurch können Windpocken-Narben zurückbleiben. Es gibt einige Mittel, mit denen du den Juckreiz lindern kannst. Lass dich dazu von deinem Arzt oder Apotheker beraten.

Nach etwa zehn Tagen ist der Spuck wieder vorbei. Wenn dein Kind die Windpocken überstanden hat, ist es ein Leben lang dagegen immun. Allerdings bleiben die Viren im Körper und schlummern dort. Wenn sie wieder aktiv werden, bricht die sogenannte Gürtelrose aus.

Eine Windpocken-Infektion in der Schwangerschaft, kann zu schweren Fehlbildungen, Augenschäden und Hautveränderungen beim ungeborenen Baby führen.

Kinderkrankheiten ohne Ausschlag

Aber nicht alle Kinderkrankheiten werden von einem Hautausschlag begleitet.

Rotaviren

Rotaviren sind die häufigsten Auslöser für Magen-Darm-Erkrankungen. Da sie sehr ansteckend sind, ist es sehr wahrscheinlich, dass sich dein Kind bis zum fünften Lebensjahr mindestens einmal mit Rotaviren ansteckt. Besonders oft stecken sich Kleinkinder runter zwei Jahren an, weil ihr Immunsystem sich noch nicht gegen die Rotaviren wehren kann.

Wenn sich dein Kind mit Rotaviren angesteckt hat, bekommt es plötzlichen Durchfall, erbricht sich, hat Bauchschmerzen und leichtes Fieber. Außerdem haben Kindern oft Schnupfen und Husten, wenn sie sich mit Rotaviren angesteckt haben.

Bei kleinen Kindern ist es besonders wichtig, dass sie genug trinken. Denn Kleinkinder haben weniger Wasser im Körper als Erwachsene und trocknen schneller aus. Wenn du dein Kind noch stillst, kannst du es zum Beispiel öfter anlegen. Älteren Kindern, kannst du zum Beispiel verdünnten Tee anbieten, damit sie genug trinken.

Mumps

Mumps ist eine ansteckende Infektionskrankheit. Sie wird durch Viren übertragen. Wenn sich dein Kind mit Mumps ansteckt, bekommt es grippeähnliche Symptome und die Ohrspeicheldrüse schwillt an. Nach etwa drei bis acht Tagen schwillt die Ohrspeicheldrüse wieder ab. Begleitet wird Mumps oft von Kopf- und Gliederschmerzen, sowie Fieber.

Dank der Impfung gegen Mumps, stecken sich heutzutage nur noch wenige Menschen mit Mumps an.

Wusstest du, dass...?

Viele alte Kinderkrankheiten gibt es heute nicht mehr

Früher starben viele Kinder an Kinderkrankheiten wie Pocken, Diphtherie und Tuberkulose oder litten unter den Folgen von Kinderlähmung. Dank der Impfungen gibt es diese Krankheiten heute nicht mehr oder nur sehr selten.

Wann wird gegen Kinderkrankheiten geimpft?

Wahrscheinlich fragst du dich, warum gegen manche Kinderkrankheiten geimpft wird und gegen andere nicht. Das hat verschiedene Gründe:

  • Milder Verlauf: Wenn die Krankheit bei den meisten Kindern mild verläuft, ist eine Impfung oft überflüssig. Bei diesen Kinderkrankheiten kann sich der Körper auch ohne Impfung gut gegen den Erreger wehren.
  • Ändernde Erreger: Die Kinderkrankheit Scharlach, kann zum Beispiel von verschiedenen Streptokokken-Bakterien verursacht werden. Eine Impfung kann die Bakterien nicht gezielt genug angreifen. Deshalb gibt es gegen Scharlach keine Impfung.
  • Die Krankheit ist zu selten: Wenn eine Krankheit nur sehr selten ist und sich wenige Menschen anstecken, stellt sie keine Gefahr für die Gesamtbevölkerung dar. Dann ist es für die Impfstoffhersteller oft nicht rentabel, einen Impfstoff zu entwickeln.