Baby überstreckt sich.

Überstrecken bei Babys sieht auf den ersten Blick gefährlich aus. Das Baby spannt seine Rückenmuskeln an, wirft den Kopf in den Nacken und streckt die Ärmchen nach hinten. In den meisten Fällen steckt hinter dem Überstrecken etwas Harmloses. Hier erfährst du, was es mit diesem Verhalten auf sich hat.

Was ist Überstrecken?

Das Überstrecken geschieht unwillkürlich und gleicht einem Reflex. Die Gründe dafür können vielfältig sein. Wenn dein Baby sich überstreckt, gibt es dir zu verstehen, dass es sich unwohl fühlt.

Überstreckt sich dein Baby sehr häufig oder tritt Überstrecken zusammen mit anderen Symptomen auf wie exzessivem Schreien, Spucken oder dass dein Baby eine Vorliebe für eine bestimmte Körperseite entwickelt, ist es ratsam einen Arzt aufzusuchen oder deine Hebamme darauf anzusprechen.

Wenn dein Baby sich nur gelegentlich überstreckt, ansonsten aber einen gesunden und zufriedenen Eindruck macht, kannst du zunächst einmal selbst ein paar Sachen ausprobieren, um das Überstrecken zu lindern. Dafür ist es zunächst wichtig die Ursache zu identifizieren.

Mögliche Ursachen für das Überstrecken:

  • Reizüberflutung und Stress: Zu hell. Zu laut. Zu hektisch. Der Fernseher, der im Hintergrund läuft, Geschwister, die um das Baby herumrennen und Besuche von Verwandten, die gerne den neuen Erdenbürger willkommen heißen. All das kann deinem Baby schnell zu viel werden. Stress und Anspannung können dazu beitragen, dass sich dein Baby überfordert fühlt. Dadurch findet es nur schwer zur Ruhe. Weinen und Überstrecken können die Folge sein.
  • Wachstumsschub: Während eines Wachstumsschubs verändert sich für dein Baby besonders viel auf einmal. Es braucht Zeit, um sich auf die neuen Fähigkeiten und seine neu gewonnene Wahrnehmung einzustellen. Dies kann dazu führen, dass dein Baby in dieser Zeit schneller überfordert ist als sonst und dadurch zum Überstrecken neigt.
  • Körperliche Ursachen: Wenn dein Baby unter Koliken oder unter Reflux leidet, kann es sich als Reaktion auf die Schmerzen überstrecken.
  • Lebensmittelallergien: Vereinzelt sind auch Allergien, wie zum Beispiel eine Kuhmilch- Allergie als Grund für die Überstreckung nicht auszuschließen.
  • Muskuläre Verhärtungen oder Blockaden im Wirbelsäulenbereich: Diese können sich auf das Nervensystem auswirken und Schmerzen verursachen. Darauf kann dein Baby mit Überstreckung reagieren. Blockaden können beispielsweise durch eine komplizierte Geburt wie zum Beispiel Frühgeburt, Saugglocke, oder Kaiserschnitt entstehen oder durch falsche Liege- und Haltepositionen in den ersten Monaten. In diesen Fällen ist meistens professionelle Hilfe nötig.

Tipps gegen das Überstrecken

Du kennst dein Baby und seinen Rhythmus am besten. Versuche dein Baby und seine Umgebung aufmerksam zu beobachten. Zu welchen Tageszeiten findet die Überstreckung statt? Kommt es dazu jeweils am Abend nach einem Tag voller Eindrücke? Oder jedes Mal nach dem Essen? Oder sobald es flach auf den Rücken gelegt wird?
Vielleicht geben dir diese Fragen einen Hinweis auf die Ursache. Je nachdem welche Ursache du vermutest, kannst du Folgendes ausprobieren:

  • Sorge für eine ruhige Atmosphäre: Ein abgedunkelter Raum, ruhige Bewegungen, eine sanfte Stimme und Körperkontakt vermitteln deinem Baby Ruhe und Geborgenheit. Versuche genügend Auszeiten in euren Tagesrhythmus einzubauen. Nicht nur für dein Baby, sondern auch für dich.
  • Trage dein Baby: In korrekt gebundenen Tragetüchern oder altersgerechten Tragen, nimmt dein Baby eine bequeme Position ein, spürt deine Wärme und deinen beruhigenden Herzschlag. Zusätzlich ist es geschützt vor zu vielen Eindrücken. Das kann Stress und Überforderung entgegenwirken und so dazu beitragen Überstreckung zu verringern.
  • Bei Blähungen: Vermutest du Blähungen als Ursache, dann kannst du versuchen diese durch eine sanfte Bauchmassage und Wärme zu lindern. Tees aus Fenchel, Anis und Kümmel können Blähungen entgegenwirken. Du kannst auch versuchen dein Baby im Fliegergriff zu tragen. Der sanfte Druck auf den Bauch kann helfen die Blähungen zu lösen.
  • Bei Reflux: Wenn das Überstrecken jedes Mal kurz nach dem Essen auftritt, kann es sein, dass dein Baby unter Reflux leidet. Achte darauf, dass es nicht zu schnell trinkt und eine Möglichkeit hat nach dem Essen ein Bäuerchen zu machen.
  • Bei Lebensmittelallergien: Wenn dein Baby schon Beikost isst, kann auch eine Lebensmittelallergie wie zum Beispiel eine Kuhmilchallergie für das Überstrecken in Frage kommen. Versuche zu beobachten, ob das Überstrecken nur nach bestimmten Speisen auftritt.
  • Bei Verspannungen: Generell hilft bei Verspannungen vielseitige Bewegung zu stimulieren. Gibt deinem Baby genügend Möglichkeiten seine Rückenmuskeln zu trainieren. Dafür kannst du es im wachen Zustand unter Aufsicht mehrmals täglich auf den Bauch legen.

Wann zum Arzt?

Helfen all diese Tipps nicht und das Überstrecken bei deinem Baby dauert lange an oder geschieht besonders oft, ist es empfehlenswert den Kinderarzt aufzusuchen.

Auch, wenn dein Baby anfängt eine Seite des Körpers gezielt mehr zu benutzen oder sich die Kopfform ungleich entwickelt, solltest du den Kinderarzt kontaktieren. Oft spricht man in diesem Zusammenhang von dem KISS – Syndrom. Der Kinderarzt kann dich dann zu einem Kinderphysiotherapeut oder Osteopath überweisen.

Tipps für den Arztbesuch

Damit der Arzt schneller eine verlässliche Diagnose stellen kann, kannst du im Vorfeld schon ein paar Informationen über dein Baby sammeln:

  • Mache ein Video oder Foto von deinem Baby, wenn es sich überstreckt.
  • Notiere dir, was du bereits alles versucht hast, um das Überstrecken zu lindern.
  • Schreibe auf, wann und wie häufig sich dein Baby überstreckt. Weint es, oder denkst du, dass es Schmerzen hat?

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