Ertrinken: Kleines Mädchen schaut durch einen Rettungsring aufs Meer.

Das Ertrinken gehört zu den häufigsten unfallbedingten Todesursachen bei Babys und Kleinkindern. Denn Kinder können die Gefahren im Wasser noch nicht einschätzen. Wir verraten dir, wie du im Notfall reagierst und dem Ertrinken vorbeugen kannst.

Warum sind Kinder besonders gefährdet zu ertrinken?

Dass Kinder besonders gefährdet sind zu ertrinken, hat verschiedene Gründe. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Besondere Anziehungskraft: Spiegelungen auf dem Wasser und auf dem Wasser treibende Gegenstände sind für Kinder sehr faszinierend. Kinder werden vom Wasser regelrecht angezogen.
  • Risikobewusstsein: Kinder können die Wassertiefe nicht einschätzen. Sie können also nicht erkennen, ob sie im Wasser noch stehen können oder nicht.
  • Erkundungsdrang: Kinder erkunden die Welt mit ganz eigenen Augen. Dabei ist es ihnen egal, ob Mama oder Papa weiß, wo sie sind. Wenn sie etwas Spannendes sehen, gehen sie auf Erkundungstour.
  • Gefährliche Orte für Kinder

  • 0 bis 4 Jahre

    Kleinkinder ertrinken besonders häufig zu Hause, zum Beispiel im eigenen Garten, wenn sie unbemerkt schwimmen gehen oder zum Beispiel in den Teich oder ins Schwimmbecken fallen. Und auch in der Badewanne, solltest du dein Kind nicht alleine lassen.

  • 5 bis 9 Jahre

    Kinder ertrinken besonders oft in öffentlichen Schwimmbädern, wenn sie schlechte Schwimmer sind oder im Wasser in Panik geraten.

  • 10 bis 14 Jahre

    Teenager ertrinken oft in Flüssen, Badeseen oder, weil sie ins Eis einbrechen. Grund dafür ist häufig Selbstüberschätzung, Gruppenzwang oder Alkohol.

Wie erkenne ich Ertrinken?

Kinder ertrinken oft leise und unbemerkt. Denn sie fangen nicht automatisch an zu strampeln und nach Hilfe zu rufen, sondern erstarren, wenn sie ins Wasser fallen. Oft sieht die Situation spielerisch aus und kann missverstanden werden. Deshalb hilft es nur, wenn du dein Kind gut im Auge behältst.

Erste Hilfe bei Ertrinken

Wenn du merkst, dass ein Kind zu ertrinken droht, solltest du so schnell wie möglich reagieren.

  • Versuche ruhig zu bleiben
  • Wähle den Notruf unter 112 und mach andere Leute auf die Situation aufmerksam.
  • Rette das Kind aus dem Wasser, wenn du es dir zutraust und es nicht gefährlich ist. Nimm am besten ein Hilfsmittel wie einen Rettungsring mit ins Wasser.
  • Sei dir bewusst, dass du das Kind auch wieder zurück an Land bringen musst. Verbrauche nicht deine ganze Energie auf dem Weg zum Kind.
  • Versuche den Kopf des Kindes über Wasser zu halten, wenn du mit ihm an Land schwimmst.

Beginne mit der ersten Hilfe, sobald du an Land bist. Wenn das Kind unregelmäßig oder nicht atmet, solltest du direkt mit der Wiederbelebung anfangen.
So funktioniert die Wiederbelebung bei Babys und Kleinkindern >>

Wichtig

Lasse das Kind im Krankenhaus untersuchen

Auch wenn das Kind nach dem Badeunfall bei Bewusstsein ist, sollte es im Krankenhaus untersucht werden, um Folgeschäden und sekundäres Ertrinken zu erkennen und zu verhindern.

Ertrinken vorbeugen

Besser wäre es natürlich, wenn ihr den Tag im Schwimmbad genießen könnt und es gar nicht erst zu einem Badeunfall wie Ertrinken kommt.
So kannst du Ertrinken vorbeugen:

  • Lass dein Kind nicht aus den Augen: Das gilt nicht nur fürs Schwimmbad, sondern auch für das Planschbecken oder die Badewanne. Wenn du immer weißt, was dein Kind macht, kannst du schnell eingreifen, wenn etwas passiert. Du hast dein Kind aus den Augen verloren? Dann suche zuerst die Wasserfläche ab, um im Notfall schnell handeln zu können.
  • Schwimmtraining: Schwimmen zu können, ist der beste Schutz vor Ertrinken. Du gehst mit deinem Kind gerne schwimmen? Dann melde deinen Schatz zum Schwimmkurs an. In dem Kurs lernt dein Kind, wie es sich über Wasser halten kann und wie es sich im Wasser verhalten sollte.
  • Schwimmhilfen: Wenn dein Kind noch nicht schwimmen kann, sollte es nicht ohne Schwimmhilfen wie Schwimmflügel oder eine Schwimmweste ins Wasser. Aufblasbares Wasserspielzeug wie Reifen, Bälle oder Schwimmtiere, bieten keinen Schutz vor Ertrinken!
  • Erkläre deinem Kind, was passieren kann: Wasser ist gefährlich. Das ist uns Erwachsenen völlig klar. Kinder verstehen das aber oft noch nicht. Sie verbinden mit Wasser eher positive Momente wie das gemeinsamen Planschen und können Gefahren noch nicht einschätzen. Erkläre deinem Kind möglichst früh, welche Gefahren es im und ums Wasser gibt.
  • Stelle klare Regeln auf: Dazu gehören zum Beispiel, dass dein Kind nicht alleine schwimmen gehen darf, erst um Erlaubnis fragt oder nur mit Schwimmflügeln in Wasser darf, wenn es nicht schwimmen kann.
  • Sichere den Swimmingpool/ das Planschbecken im Garten: Mache den Pool und andere Wasserflächen in deinem Zuhause kindersicher. Decke den Pool ab, wenn du ihn nicht nutzt oder installiere ein Alarmsystem. Bei diesen Alarmsystemen trägt dein Kind ein Armband, dass einen Alarm auslöst, wenn es im Pool ist. Wenn du zusammen mit deinem Kind badest, ziehst du deinem Kind das Armband natürlich aus.